Forschung

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Jan Woppowa, Marie-Sophie Brösing : DFG-Projekt: Ökumene als Praxis in der Schule entwickeln. Eine praxeologische Studie zur Implemen-tierung des neuen Schulfachs ‚Christlicher Religionsunterricht‘ in Niedersachsen

Mit der Einführung des neuen Schulfachs „Christliche Religion nach evangelischen und katholischen Grundsätzen“ (CRU) in Niedersachsen zum Schuljahr 2026/27 wird Neuland betreten. Zwar gibt es in Deutschland und anderen Ländern Europas schon länger einen Entwicklungstrend hin zu einer Organisationsform des Religionsunterrichts, die mindestens konfessionsübergreifende Gestalt hat. Doch für dieses neue Modell gibt es bislang keine Vorbilder. Der CRU knüpft zwar an den bestehenden und in Niedersachsen schon lange etablierten konfessionell-kooperativen Religionsunterricht an. Allerdings verfolgt er diesem Modell gegenüber neue Ziele wie etwa eine stärker ausgeprägte und unterrichtlich sichtbare religiöse und konfessionelle Differenzsensibilität einerseits und Ökumenizität andererseits, bis hin zu einer völlig neuen Lehrplanentwicklung. An das Fach werden also durchaus einige Erwartungen gestellt, sowohl inhaltlich im Blick auf die Konstruktion von Lerngegenständen als auch didaktisch hinsichtlich differenzsensibler und ökumenebildender Unterrichtsprozesse sowie nicht zuletzt im Blick auf die Professionalisierung von Lehrkräften.

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Jan Woppowa : DFG-Netz­werk „Re­li­gi­ons­päd­ago­gi­sche Her­me­neu­tik“ (rpH)

Dimensionen religionspädagogisch-hermeneutischer Forschung. Methodologische und forschungsmethodische Fundierungen

In der Religionspädagogik dominierten bis in die 1980er Jahre hermeneutische und historische Forschungsansätze. Ab den 1990er Jahren wurden zunehmend empirische Methoden integriert und methodologisch reflektiert, ohne dass eine vergleichbare methodologische Diskussion in Hinblick auf hermeneutische Dimensionen religionspädagogischen Forschens erfolgte. Bis heute ist ein entsprechendes methodisches und methodologisches Desiderat in religionspädagogisch-hermeneutischer Forschung auszumachen.

Das Netzwerk widmet sich diesem Desiderat und zielt auf eine methodologische und forschungsmethodische Konsolidierung und Weiterentwicklung der hermeneutischen Dimensionen religionspädagogischer Forschung. Dabei arbeiten in dem Netzwerk Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der evangelischen, katholischen und islamischen Religionspädagogik zusammen, da es sich um eine grundlegende Herausforderung der gesamten Religionspädagogik handelt.

Jan Woppowa : Kon­fes­si­ons­be­zo­ge­ne Dif­fe­renz­sen­si­bi­li­tät im Re­li­gi­ons­un­ter­richt für al­le

Der Religionsunterricht von heute sieht sich mit neuen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, bei denen man nicht mehr auf eine konfessionell und religiös homogene, sondern säkulare und religiös plurale Schülerschaft trifft, konfrontiert. Um auf die heterogenen gesellschaftlichen Bedingungen und damit verbundenen neuen Herausforderungen adäquat reagieren zu können, wird versucht, neue Modelle des Religionsunterrichts zu konzipieren. Eines dieser Modelle ist der Religionsunterricht für alle in Hamburg, wo ein dialogischer Raum geschaffen wird, an dem verschiedene Religionen und Weltanschauungen gleichberechtigt anerkannt werden und der Vielfalt an Religionen in Hamburg entsprochen werden kann. Gerade im Kontext eines multireligiösen Religionsunterrichts stellt sich die Frage nach der Rolle der Lehrkraft, wobei der spezifischen Professionalisierung von Religionslehrkräften ein großer Faktor bei der Qualitätssicherung und den Gelingensbedingungen von Religionsunterricht zugesprochen werden kann.

Jan Woppowa : Theo­lo­gie und Di­dak­tik für den kon­fes­si­o­nell-ko­ope­ra­ti­ven bzw. öku­me­nisch ver­ant­wor­te­ten Re­li­gi­ons­un­ter­richt

Im Kontext der Entwicklung des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts bzw. des in Niedersachsen in Kürze einzuführenden ökumenisch verantworteten Christlichen Religionsunterrichts stehen ökumenisch-theologische und religionsdidaktische Fragen und Herausforderungen an. In der forschenden Auseinandersetzung damit ist ein Handbuch „Theologie für den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht“ (2021) entstanden, das sich an Studierende, angehende und bereits in der Praxis stehende Religionslehrerinnen und Religionslehrer der Sekundarstufen sowie Dozierende und in der Aus- und Fortbildung Tätige richtet. Es versteht sich als ein Grundlagenwerk, das zur Sensibilisierung und Klärung theologischer Differenzen und Übereinstimmungen zwischen christlichen Konfessionen in Deutschland, vor allem zwischen evangelischer und katholischer Theologie bzw. Kirche verhilft. Dem Handbuch liegen zentrale Aspekte einer multiperspektivischen Didaktik für den konfessionell-kooperativen Religionsunterricht zugrunde, die in einer Grundlegung entfaltet werden.

Jan Woppowa : Re­li­gi­ons­päd­ago­gik an­ge­sichts des jü­disch-christ­li­chen Di­a­logs: kom­pa­ra­tiv – an­ti­se­mi­tis­mus­kri­tisch – di­a­lo­gisch

Die durch die Konzilserklärung Nostra aetate ausgelösten Neuaufbrüche im Verhältnis zwischen Judentum und Christentum sind bis heute bleibender Auftrag für eine Religionspädagogik christlicher Provenienz und ihre Theorien religiöser Bildung. Das Denken insbesondere deutsch-jüdischer Philosophen, Pädagogen und Bildungstheoretiker des 20. Jahrhunderts (wie Martin Buber, Franz Rosenzweig, Ernst Simon, Josef Walk u. a.) aber auch über diese Epoche hinaus ist dabei ein wichtiger Impulsgeber für die gegenwärtige und zukünftige Gestaltung religiöser Bildung in der postmodernen Gesellschaft. So sind im Forschungsansatz einer vergleichenden Religionspädagogik entsprechende Fragestellungen noch präziser auszuloten: etwa nach einem neu zu profilierenden Begriff religiösen Lernens, nach einem angemessenen Verhältnis von Theorie und Praxis in der lernenden Begegnung mit spezifischen Glaubenstraditionen, im Ausloten eines ideologiekritischen Widerstandspotenzials religiöser Bildung etc.

Jan Woppowa, Jonas Hüster : Kon­fes­si­o­nel­le und in­ter­re­li­gi­öse Dif­fe­renz­sen­si­bi­li­tät. Em­pi­ri­sche Er­kennt­nis­se und kon­zep­ti­o­nel­le We­ge zu ei­ner re­fle­xi­ven Lehr­kräf­te­pro­fes­si­o­na­li­sie­rung für den Re­li­gi­ons­un­ter­richt für al­le

Der gegenwärtige Religionsunterricht sieht sich mit neuen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert, bei denen man nicht mehr auf eine konfessionell und religiös homogene, sondern vielmehr eine religiös plurale und säkulare Schülerschaft trifft. Um auf religionssoziologische und religionsdemographische Bedingungen und damit verbundenen neuen Herausforderungen adäquat reagieren zu können, entstehen neue, alternative Modelle des Religionsunterrichts. Eines dieser Modelle ist der „Religionsunterricht für alle“ in Hamburg: In ihm wird ein dialogischer Raum geschaffen, in dem verschiedene Religionen und Weltanschauungen gleichberechtigt anerkannt werden und in dem der Vielfalt an Religionen in Hamburg entsprochen werden kann. 

Jan Woppowa : On­line Zeit­schrift: RE­LI­GI­ON UN­TER­RICH­TEN

Das Konzept der im open access frei zugänglichen Zeitschrift RELIGION UNTERRICHTEN basiert auf dem didaktischen Prinzip der Multiperspektivität. Jedes Themenheft umfasst zum einen fachwissenschaftliche Beiträge aus verschiedenen Perspektiven und zum anderen Unterrichtsentwürfe für verschiedene Schulstufen, die dem Prinzip der Multiperspektivität verpflichtet sind. In den fachwissenschaftlichen Beiträgen werden alle Unterrichtsthemen je nach Möglichkeit und inhaltlicher Angemessenheit multiperspektivisch erschlossen: aus der Perspektive mehrerer Konfessionen, verschiedener Religionen, aus nichtreligiösen Perspektiven oder auch aus Sicht anderer wissenschaftlicher Disziplinen wie Philosophie, Soziologie oder Psychologie. Die Unterrichtsentwürfe folgen dem didaktischen Prinzip der Multiperspektivität.

Franziska Veer, Jan Woppowa : Re­li­gi­ons­päd­ago­gi­sche Fall­a­r­beit. Ein Ar­beits­buch für Stu­die­ren­de und Lehr­kräf­te

In den Erziehungswissenschaften ist die Arbeit mit Fallvignetten seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der professionellen Lehrer:innenbildung. Unterrichtliche Praxissituationen werden dabei in Form von „Fällen“ thematisiert und mit unterschiedlichen methodischen Zugängen erarbeitet. Ziel ist es, eine entschleunigte und differenzierte Auseinandersetzung mit Interaktionen und Prozessen des Unterrichts zu ermöglichen und darauf aufbauend praxis-theoretische oder praxis-reflexive Perspektiven zu entwickeln. Kasuistische Verfahren eröffnen auf diese Weise ein großes Potenzial an Einsatzmöglichkeiten und fachspezifischen Perspektivierungen innerhalb der Lehrer:innenbildung. Gleichzeitig bleiben fachdidaktische Anwendungen bislang weitgehend unerschlossen – auch im religionspädagogischen und -didaktischen Bereich.

Thomas Nauerth : Drittmittelprojekt: Aufarbeitung Geschichte des „Rhönbruderhofs“ von 1933-1937

Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Geschichte des ersten Bruderhofes in Deutschland (sog. Rhönbruderhof) in der Zeit des Nationalsozialismus aufzuarbeiten. Die Aufarbeitung soll so angelegt werden, dass das Lernpotential für heutige friedenstheologische und friedenspädagogische Fragestellungen freigelegt wird. Das Forschungsprojekt wird im Auftrag und in Kooperation mit der Internationalen Bruderhofgemeinschaft (Church Communities International CCI, Walden New York) durchgeführt.

Ein Ergebnis besteht in einer Online-Präsentation, die unter   www.evangelischer-widerstand.de veröffentlich werden konnte.

Thomas Nauerth : Kooperationsprojekt "Bibeldidaktik online"

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Georg Steins wurde auf der Basis eines interdisziplinär erarbeiteten Grundlagenpapiers (  Leitfaden zur Bibel-Text-Analyse: Hinweise für eine strukturierte fachwissenschaftliche Analyse von Bibeltexten (PDF, 346 kB)) eine Homepage aufgebaut, die Hintergrundtexte und Materialien zum methodischen und didaktischem Arbeiten mit der Bibel bereitstellt:   https://www.bibelunddidaktik.uni-osnabrueck.de/. Diese Seite eröffnet im Bereich der Bibeldidaktik neue und bisher nicht gegebene Möglichkeiten für einen einfachen Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis. Sie wird aus diesem Grund permanent aktualisiert und weiter ausgebaut,