Kirchengeschichtliche Spurensuche in den Archiven des Vatikans

Prof. Dr. Martin Belz hat für eine Woche an einem internationalen Archivkurs in Rom teilgenommen

Ein Brief von Michelangelo zum Bau des Petersdomes, Dokumente zur Umsetzung der christlichen Mission in Asien und Unterlagen zur Seelsorge in römischen Pfarreien in der Frühen Neuzeit - dies sind nur einige Highlights, die die Teilnehmer:innen eines internationalen Archivkurses in Rom zu sehen bekamen, an dem  Prof. Dr. Martin Belz, Juniorprofessor für Kirchen- und Christentumsgeschichte am Institut für Katholische Theologie der Universität Osnabrück, im Januar 2026 teilnahm.

Der Kurs „The Archives of the Holy See and the Roman Catholicism: Instructions for use and new research perspectives“ fand in der ewigen Stadt vom 26. bis 30. Januar 2026 statt und wurde vom Istituto Sangalli aus Florenz mit zahlreichen Kooperationspartnern ausgerichtet. Rund zwanzig Teilnehmende, von Masterstudierenden über Promovierende und Post-Docs bis zu Juniorprofessoren, nahmen an dem Archivkurs mit viel Interesse und großem Engagement teil. Dabei konnten sie auch ihre internationale Vernetzung ausbauen: Die Teilnehmenden kamen unter anderem aus Berkeley, St. Louis, Washington, Oxford, Lissabon, Venedig, Shanghai und Sidney.

Das Programm war vielfältig und abwechslungsreich strukturiert: Einführende Seminareinheiten ausgewiesener Forscherinnen und Forscher zu Geschichte, Struktur und Quellenbeständen verschiedener vatikanischer und römischer Archive wechselten sich mit intensiven Führungen und Rechercheeinheiten in den Archiven ab. Dabei konnten die Teilnehmer:innen Einblicke in das Archiv der ehemaligen „Propaganda Fide“ (heute: Dikasterium für die Evangelisation der Völker), das Archiv des ehemaligen „Heiligen Offiziums“ (heute Dikasterium für die Glaubenslehre), das Archiv der Dombauhütte des Petersdoms, das Archiv des Vikariates Roms (das römische Diözesanarchiv) und die Handschriftenabteilung der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek gewinnen. Einheiten zur Paläographie der Frühen Neuzeit rundeten das Programm ab.

Für Martin Belz, zu dessen Forschungsinteressen unter anderem die ortskirchliche Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils und die Geschichte der religiösen Erziehung in der Frühen Neuzeit und der Moderne zählen, bot dieser besondere Archivkurs eine einmalige Gelegenheit, relevante Archive und einschlägige Quellen zu recherchieren und Kontakte zu den vatikanischen Archivar:innen und zu internationalen Forschenden knüpfen. Die Teilnahme wurde dankenswerter Weise von der Universitätsgesellschaft Osnabrück, dem Fachbereich 3 und dem Institut für Katholische Theologie der Universität Osnabrück finanziell großzügig unterstützt.