Die Tagung richtete sich in erster Linie an Promovierende und Postdocs der Kirchengeschichte und diente dem fachlichen Austausch sowie der Vernetzung im deutschsprachigen Raum. Von der Universität Osnabrück waren mit Mag. theol. Yvonne Püttmann, Mag theol. Michael Neumann und Dr. Markus Zimmer gleich drei Lehrende vertreten.
Eröffnet wurde die Tagung mit einem Vortrag von Juniorprofessor Dr. Matthias Daufratshofer (Theologische Fakultät Paderborn) zum Thema „Ad Fontes! Kirchen- und Bistumsgeschichte an den Quellen des Tibers und der Pader“. Er thematisierte die in den 1950er-Jahren von Erzbischof Jaeger formulierte Gefahr des religiösen Indifferentismus, der die konfessionellen Unterschiede zu verwischen drohe, und beleuchtete den Einfluss des Vatikans auf Jaegers Äußerungen. Auf Grundlage seiner Forschungserfahrungen plädierte Daufratshofer für eine stärkere Verzahnung der Bistumsgeschichte mit vatikanischen Quellenbeständen.
In einer anschließenden Gesprächsrunde stellte Prof.in Dr. Nicole Priesching (Universität Paderborn) kirchenhistorische Zugänge zur Missbrauchsthematik vor. Ergänzt wurde das Programm des ersten Tages durch praxisnahe Formate, darunter einen kirchenhistorischen Stadtrundgang mit Fokus auf die Zeit des Paderborner Fürstbischofs Dietrich von Fürstenberg (1546–1618) sowie einen Erfahrungsbericht von Prof.in Dr. Priesching zur Einwerbung von Drittmitteln. Auf dem Programm des zweiten Tages standen ein Workshop zum Thema „Best of Academic Writing“, ein Erfahrungsbericht zum Übergang von der Promotions- zur Habilitationsphase sowie Einblicke in berufliche Perspektiven für Theologinnen und Theologen in der Politik. In einer Posterausstellung präsentierten die Teilnehmenden zudem ihre aktuellen Forschungsprojekte, die thematisch von der christlichen Antike bis in die Zeitgeschichte reichten. In der abschließenden Arbeitssitzung der Nachwuchsgruppe wurde ein neues Sprecher*innenteam gewählt. In den kommenden Jahren werden Dr. Julie Adamik (Universität Paderborn) und Dr. Walter Huber (Universität Münster) diese Aufgabe übernehmen.
Nach zwei vollen und interessanten Tagen fuhren die Osnabrücker Lehrenden mit vielen neuen Eindrücken zurück und freuen sich bereits auf die nächste Nachwuchstagung. Gerade für einen kleineren theologischen Standort wie Osnabrück sind solche Tagungen eine gute Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und sich fachlich zu vernetzen, wie die Osnabrücker Teilnehmenden abschließend resümierten.