Universität trifft Schule

Kirchenhistoriker Michael Neumann diskutiert mit Euregio-Geschichts-LK über Bischof von Galen

Der Leistungskurs Geschichte der Euregio Gesamtschule in Rheine durfte sich im Endspurt vor dem Abitur über einen Besuch von  Mag. theol. Michael Neumann freuen. Der Kirchenhistoriker reiste extra von der Universität Osnabrück an, um mit dem Kurs eine Doppelstunde zum kirchlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu gestalten.
Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler bereits mit Grundfragen des Widerstands auseinandergesetzt hatten, vertieften sie mit Michael Neumann insbesondere die Rolle des ehemaligen Bischofs von Galen als Kritiker der sogenannten „Euthanasie“, in deren Rahmen die Nationalsozialisten in den Jahren 1939-1941 Menschen mit Behinderung ermordeten. Um den Kontext besser einschätzen zu können, setzte sich der Kurs zunächst mit der Biografie Clemens August von Galens und seinen frühen Positionen zu Krieg und Demokratie auseinander, um im Anschluss die Original-Predigt des Bischofs aus dem August 1941 zu analysieren.

Zum Abschluss vertiefte Neumann mit den Teilnehmenden den Gegenwartsbezug und diskutierte über die Frage der Angemessenheit heutiger Benennungen von Straßen oder Schulen nach dem sogenannten „Löwen von Münster“. Durch den Besuch des Kirchenhistorikers erhielten die Schülerinnen und Schüler einen authentischen Einblick in die wissenschaftliche Auseinandersetzung und bearbeiteten zugleich ein höchst abiturrelevantes Themenfeld, so Fachlehrer Leonhard Plitt, welcher sich zum Abschied ganz herzlich bei Michael Neumann für seinen Einsatz bedankte.
 Artikel der Euregio Gesamtschule

Rückblickend zeigte sich auch Michael Neumann sehr zufrieden:

Der Austausch mit den Schüler*innen hat mir viel Freude gemacht und eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig und gewinnbringend die Verbindung von universitärer Forschung und schulischer historischer Bildung gerade bei der kritischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seiner Bedeutung für die Gegenwart ist.