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Transparenz der Forschung/Forschungsethik

Forschung dient der Wissensvermehrung; sie stößt in unbekannte Bereiche vor, ist mit Risiken behaftet und Forschungsergebnisse können missbraucht werden. Insbesondere um letzteres weitestgehend zu vermeiden, sind in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der LandesHochschulKonferenz Niedersachsen (LHK) Leitlinien zur Transparenz der Forschung verabschiedet worden. In der Präambel wird die besondere ethische Verantwortung von Forscherinnen und Forschern herausgehoben: »Sie haben ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Fähigkeiten einzusetzen, um die einschlägigen Risiken zu erkennen, abzuschätzen und zu bewerten« und somit Dual‐Use so weit wie möglich zu minimieren. Diese Leitlinien umfassen vier jeweils auf Transparenz ausgerichtete Themenfelder:

Drittmittelfinanzierte Projekte

2015      
Legende

  1. Transparenz der Projektförderung soll durch Veröffentlichung grundlegender Daten zu drittmittelfinanzierten Projekten – wie Fachbereich/Fakultät/Institut, i. d. R. Auftraggeberin/Auftraggeber, Projekttitel, Laufzeit und Fördersumme − sichergestellt werden. Veröffentlicht werden diese Angaben jährlich mit Stichtag 1.12. zum 31.3. des Folgejahres ‒ erstmalig entsprechend dieser Anforderung für das Jahr 2015.
  2. Transparenz der Projektergebnisse soll durch Veröffentlichung von Forschungsergebnissen – soweit keine Sicherheitsinteressen entgegenstehen − öffentlich geförderter und abgeschlossener Projekte in Anlehnung an die Praxis der DFG (GEPRIS) gewährleistet werden. Um Mehrfacharbeiten zu vermeiden, müssen Schnittstellen zu den entsprechenden Datenbanken der Projektförderer geschaffen werden, wobei diese im Rahmen der Umsetzung des vom Wissenschaftsrat entwickelten Kerndatensatzes Forschung bundesweit definiert und realisiert werden sollen. Mittelfristig streben das MWK und die LHK an, die für die Transparenz erforderliche Dokumentation in einem von mehreren niedersächsischen Universitäten getragenen Forschungsinformationssystem zu realisieren. Die Universität Osnabrück beteiligt sich intensiv an entsprechenden Diskussionen, insbesondere auch in der Arbeitsgruppe der LHK zu Forschungsinformationsinfrastrukturen.
  3. Transparenz in der Hochschule erfordert den wissenschaftlichen und ethischen universitätsinternen Diskurs über Forschungsaktivitäten. Plattform und Kernelement hierfür bildet die Kommission für Forschungsethik an der Universität Osnabrück; eine Senatskommission die sich auf Vorschlag der Arbeitsgruppe Zivilklausel und nach
    intensiver Diskussion auf Beschluss des Senats durch entsprechende Verankerung in der genehmigten Grundordnung konstituiert hat. Die Kommission wird neben der Beratung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu konkreten Projekten auch Leitlinien und Verfahrensvorschläge zur Erzeugung von Transparenz entwickeln.
  4. Transparenz durch Öffentlichkeit soll – so die Leitlinien − durch intensivere Kommunikation mit der Öffentlichkeit und in unterschiedlichen Formaten erfolgen, angefangen von Forschungsberichten über Tage der offenen Tür oder bis hin zu Neuen sozialen Medien.

Weitere Informationen werden von den Fördermittelgebern über laufende Projekte der Universität Osnabrück unter den folgenden Links bereitgestellt:

GEPRIS: Projektdatenbank der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Förderkatalog: Gemeinsame Projektdatenbank verschiedener Bundesministerien, darunter auch des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Projekt-Personen-Suche der VolkswagenStiftung (darunter auch Niedersächsisches Vorab)