133/2025
Erster "Tag der Lehre" an der Uni Osnabrück

Vom Online-Escape-Room bis zum philosophischen Chatbot

Der erstmals veranstaltete „Tag der Lehre“ zeigte eindrucksvoll, wie die Universität Osnabrück mit innovativen Projekten ihre Lehre voranbringt.

Ein sokratischer Chatbot, ein Online-Escape-Room oder ein Blick auf die lokale Vogelwelt: Bereits zum achten Mal hat die Universität Osnabrück Projektteams in der uniinternen Ausschreibung „LehrZeit“ für die Entwicklung innovativer Lehrideen ausgezeichnet – und das erstmals im Rahmen eines „Tags der Lehre“.

Mit der „LehrZeit“ fördert die Universität seit 2018 Projekte, die Studierenden und Lehrenden Freiraum für konzeptionelle Entwicklung bieten und zugleich die Qualitäts- und Qualifikationsziele („Q-Ziele“) in Studium und Lehre stärken, nämlich Wissenschaftlichkeit, Interdisziplinarität, Profilbildung sowie Persönlichkeitsbildung.

Wie vielfältig diese Ansätze sind, zeigte die Präsentation der Preisträgerinnen und Preisträger der Jahre 2022/23 bis 2024/25 am Tag der Lehre am 3. Dezember 2025 im Osnabrücker Schloss.

Für die Förderrunde 2025/2026 lag der thematische Schwerpunkt auf Projekten, die den Fokus auf die „Individuelle Profilbildung und Professionalisierung“ legen. „Auch in diesem Jahr hat uns die Vielfalt und Kreativität der eingereichten Anträge beeindruckt“, betont der Vizepräsident für Studium und Lehre, Prof. Dr. Jochen Oltmer. Die Jury habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Am Ende standen vier Gewinnerteams fest.

So wurde unter Leitung von Prof. Dr. Katrin Golsch vom Institut für Sozialwissenschaften ein Online-Escape-Room („Escape Statistik“) entwickelt, in dem Studierende der Sozialwissenschaften anhand praktischer Beispiele und eigener Fragestellungen statistische Methoden lernen und in Teamarbeit anwenden können.

Der zweite Preisträger stammt aus dem Fachbereich Biologie/Chemie: „Vielfalt macht Schule – Ein partizipatives Co-Teaching-Modell für Biodiversitätsbildung an Osnabrücker Schulen“ lautet der Titel des Projekts von Dr. Florian Fiebelkorn und Dr. Felix Przesdzink. Lehramtsstudierende werden hier zu Co-Lehrkräften ausgebildet, die praktische Projekte zur Erforschung der lokalen Vogelwelt an Schulen durchführen.

Das Projekt von Prof. Dr. Ursula Walkenhorst vom Institut für Gesundheitsforschung und Bildung ermöglicht indes Masterstudierenden aus den Gesundheitsberufen, eigene digitale Lern-Module zu Querschnittsthemen im berufsbildenden Bereich zu entwickeln. Die Ergebnisse von „StuGeM – Studentische Gestaltung von Mikrolearning im Bereich Gesundheitsberufe“ sollen anschließend in der Bachelorausbildung eingesetzt und evaluiert werden. 

Das letzte, in dieser Runde ausgezeichnete Projekt stammt aus der Philosophie:  Unter der Leitung von Dr. Charles Lowe wurde „PhilOSoKI – Ein sokratischer Chatbot für das philosophische Schreiben“ entwickelt. Der KI-Chatbot soll Studierende beim Formulieren philosophischer Fragestellungen und der Strukturierung schriftlicher Arbeiten unterstützen. Ein begleitendes Seminar sowie ein Best-Practice-Leitfaden fördern den reflektierten, verantwortungsvollen Umgang mit KI im Studium.

Alle Preisträgerprojekte erhalten ein Semester lang eine Förderung von bis zu 25.000 Euro. „Damit setzen wir als Universität ein Zeichen für die Bedeutung einer innovativen und studierendenzentrierten Lehre und stärken zugleich die Qualität unserer Studienangebote“, so Vizepräsident Prof. Dr. Jochen Oltmer.

Weitere Informationen für die Redaktionen:

Dr. Britta Scheideler, Universität Osnabrück
Dezernat für Hochschulentwicklungsplanung
E-Mail:  britta.scheideler@uos.de

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