018/2026
Tierwelt am Limit

Biologe Mitverfasser eines Buches über tierische Anpassungsstrategien

Wild- und Haustiere sind hervorragend in der Anpassung an veränderte Umweltbedingungen. Das zeigen die Verhaltensforscher Prof. Dr. Norbert Sachser (Uni Münster) und Dr. Niklas Kästner von der Uni Osnabrück in einem Buch im Rowohlt-Verlag.

Zugleich verweisen die beiden Biologen und Wissenschaftskommunikatoren auf die Grenzen innerhalb der Tierwelt, um den gewaltigen Herausforderungen im Zeitalter des Menschen etwas entgegenzusetzen.

Denn ob Löwe, Meise oder Schmetterling oder Hund, Katze und Schwein: Wildtiere und auch Haustiere können sich überraschend gut an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Und oft auch überraschend schnell, wie man heute weiß und wie Autor Kästner betont: „Kakadus in Australien haben gelernt, Mülltonnen zu öffnen, um an Nahrung zu gelangen. Und Schweine befreien mitunter ihre Artgenossen, wenn diese eingesperrt wurden.“

Doch solche Anpassungen sind nicht grenzenlos. Wildtierbestände schrumpfen, Arten sterben aus; Tiere in den Ställen und im Haus erfahren massives Leid. Norbert Sachser und Niklas Kästner erläutern auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, wie dramatisch der Lebensraum von Wildtieren im Zeitalter des Menschen verändert wird und Haustiere durch extreme Haltungsbedingungen und fragwürdige Zuchtziele ein Leben fristen, das ihren komplexen Bedürfnissen keinesfalls gerecht wird. Das abschließende Urteil der beiden: „Es führt kein Weg daran vorbei, unseren Umgang mit der Natur radikal zu verändern, wenn wir die natürliche Vielfalt auf unserem Planeten erhalten wollen.“

Norbert Sachser und Niklas Kästner: „Tierwelt am Limit. Die erstaunlichen Anpassungsstrategien der Wild- und Haustiere und ihr Scheitern im Anthropozän“, Rowohlt-Verlag 2026, gebundene Ausgabe: 26 Euro, E-Book: 21,99 Euro

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Niklas Kästner, Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
 niklas.kaestner@uos.de

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