Der Klimawandel wirft zahlreiche ethische, aber auch spirituelle Probleme auf: Wie verortet sich der Mensch im großen Ganzen, wenn er sich selbst für die Bedrohung des Lebens verantwortlich halten muss? Infolgedessen haben die Religionen in den letzten Jahrzehnten die Umweltfrage als Thema für sich entdeckt. Mit dem Aufstieg des christlichen Nationalismus in den USA (und zunehmend auch in Deutschland) tritt nun ein starkes alternatives Narrativ auf den Plan: Den Klimawandel gebe es nicht, oder er sei nicht menschengemacht, oder er bedrohe das Leben auf der Erde nicht essenziell, oder er dürfe wenigstens der Wirtschaft und dem Machtstreben ‚christlicher‘ Nationen nicht in die Quere kommen. Der Vortrag durchleuchtet diese Erzählmuster und zeigt auf: Es kann auch den religiös Indifferenten nicht egal sein, was ethisch und spirituell über den Klimawandel gedacht wird!
Vortragender: Prof. Dr. Andreas Kubik-Boltres, Universität Osnabrück, Fachbereich Erziehungs- und Kulturwissenschaften, Professur für Praktische Theologie und Religionspädagogik
Einlass ist ab 18:30 Uhr. Für diejenigen, die nicht vor Ort sein können, gibt es einen Livestream.
Mit der Vortragsreihe „Klima und Biodiversität in der Krise: Wege in eine nachhaltige Zukunft“ möchten die Scientists for Future die wissenschaftlichen Erkenntnisse und sich daraus ergebende Handlungsmöglichkeiten zu einer nachhaltigen Lebensweise einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Sie richtet sich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Die Vorträge behandeln neben technischen Lösungsmöglichkeiten (z.B. zu erneuerbaren Energien) auch rechtliche, wirtschaftliche und soziale Aspekte, die für die politische Umsetzung und Schaffung struktureller Voraussetzungen für einen effektiven Klimaschutz wesentlich sind.