024/2026
Verbundprojekt beendet

Ganztägige Grundschulen professionalisieren

Es geht um die digital gestützte Professionalisierung pädagogischen Personals an ganztägigen Grundschulen. Konzepte dafür hat ein Verbundprojekt, das von der Uni koordiniert wurde, erarbeitet. 

An dem im Rahmen des bundesweiten Kompetenzverbundes „lernen:digital“ geförderten Projekts „Digitalisierungsbezogene und digital gestützte Schul(kultur)entwicklung durch Multiprofessionelle Kooperation an ganztägigen Grundschulen“ (DigiSchuKuMPK) waren neben Osnabrück die Universitäten Bochum, Braunschweig, Hamburg und Oldenburg beteiligt. Finanziert wurde es mit rund 4,4 Millionen Euro von der Europäischen Union und gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Auf der Abschlusstagung am 23. Februar wurden die Ergebnisse diskutiert.

Ziel des Verbundprojekts war die modellhafte Entwicklung und prototypische Umsetzung einer mehrdimensionalen Strategie zur digitalisierungsbezogenen und digital gestützten Schul(kultur)entwicklung an ganztägigen Grundschulen. Im Zentrum stand die Professionalisierung des gesamten pädagogischen Personals – Lehrkräfte ebenso wie weiteres pädagogisch tätiges Personal – für multiprofessionelle Kooperation in den Handlungsfeldern Inklusion, Ganztag, Sozialraumorientierung, datenbasierte Qualitätsentwicklung und selbstreguliertes Lernen, so Prof. Dr. Christian Reintjes von der Uni Osnabrück, der den Verbund koordinierte.

Hierfür wurden in länder- und standortübergreifenden Communities of Practice (Teilprojekte) digital gestützte Fortbildungsbausteine entwickelt, erprobt und wissenschaftlich begleitet. Die Konzepte entstanden in ko-konstruktiven Entwicklungswerkstätten gemeinsam mit den Projektschulen und wurden im Sinne eines Design-Based-Research-Ansatzes iterativ weiterentwickelt, sodass Praxisentwicklung, wissenschaftliche Erkenntnisgewinnung und Transfer systematisch miteinander verschränkt wurden.

So wurden im Teilprojekt Heterogenitätssensible Kooperationsentwicklung spezielle Fortbildungsangebote entwickelt. „Dabei haben wir vor allem in Entwicklungswerkstätten mit den Schulen Themen wie Wohlbefinden, Schulregeln und verlässliche Kommunikation bearbeitet“, erklärt Prof. Dr. Till Sebastian Idel (Oldenburg).

Im Teilprojekt Sozialraumorientierte Schulentwicklung wurden in den Schulen digitale Werkzeuge erprobt, um die Perspektiven von Schülerinnen, Schülern, Eltern und pädagogisch tätigem Personal auf den Sozialraum einer Schule sichtbar zu machen.

Gemeinsam Kapazitäten für datengestützte Schulentwicklung aufzubauen, stand im Fokus des Teilprojektes Datenbasierte Schulentwicklung. Dazu gehören die Entwicklung und Nutzung digitaler Werkzeuge, beispielsweise zum Aufbau einer Infrastruktur zur Datenerfassung. Entstanden ist eine modulare Fortbildungsreihe, mit Grund- und (wählbaren) Schwerpunktmodulen sowie praxisnahen Materialien, wie verschiedene Fragebögen, Handreichungen und ein Tool-Prototyp, die Schulen in ihren ersten Schritten hin zu einer datenfreundlichen Schulkultur für eine nachhaltige Qualitätsentwicklung unterstützen sollen.

Das Teilprojekt Schulkultur des Selbstregulierten Lernens (SRL) verfolgte das Ziel, Konzepte des selbstregulierten Lernens systematisch in der Schulentwicklung zu verankern. Konkret bedeutet dies, gemeinsam mit den Projektschulen eine schulweite Kultur zu entwickeln, in der Schülerinnen und Schüler befähigt werden, ihr Lernen eigenständig zu planen, zu steuern und zu reflektieren. Dazu wurden wissenschaftlich fundierte Materialien, modulare Fortbildungsbausteine sowie digitale Lern- und Unterstützungsangebote erarbeitet, die das pädagogische Personal dabei unterstützen, selbstreguliertes Lernen fachübergreifend und auch im Ganztag nachhaltig zu fördern. 

„Besonderen Wert haben wir daraufgelegt, zusammen mit den Projektschulen Fortbildungsmaterialien zu entwickeln, die sich eng an der praktischen Arbeit des pädagogischen Personals orientieren“, so Prof. Christian Reintjes. „So wird es nun möglich, die entwickelten Konzepte systematisch in Fortbildungsstrukturen der Länder zu integrieren und sie über die beteiligten Projektschulen hinaus nachhaltig in die Schulpraxis zu transferieren.“

Weitere Informationen für die Medien:
Prof. Dr. Christian Reintjes, Universität Osnabrück
 christian.reintjes@uos.de

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