Jahrestagungen des Zentrums für Lehrkräftebildung
Gesellschaftlicher Transformationsdruck – auch im Unterricht?!
Lernen und Lehren in Zeiten von KI, Populismus und Diversität
Freitag, 13.11.2026, ab 9:30 Uhr
im Schloss der Universität Osnabrück
Im Rahmen dieser 4. Jahrestagung des Zentrums für Lehrerkräftebildung der Universität Osnabrück sollen aktuelle gesellschaftliche Transformationsprozesse reflektiert und in diesem Zusammenhang inbesondere Fragen wie die folgenden diskutiert werden:
- Wie verändern Transformationsprozesse Schule und Unterricht?
- Wie bereiten wir junge Menschen auf eine komplexe Welt vor?
Geplant sind hierfür Fachvorträge, praxisnahe Workshops und Diskussionsformate, die sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch schulische Erfahrungen zusammenführen, denn die aus den Transformationsprozessen resultierenden Herausforderungen für das Lehren und Lernen in öffentlichen Schulen können nur gemeinsam erfolgreich bearbeitet werden.
Zur Teilnahme eingeladen sind darum Lehrer*innen, Schulleiter*innen, Angehörige der Studienseminare und Fortbildungszentren, Lehrer*innen im Vorbereitungsdienst, Vertreter*innen des Regionalen Landesamtes für Schule und Bildung sowie Lehrende und Studierende der Universität und der Hochschule Osnabrück.
Anmeldungen
Anmeldungen sind möglich in der Zeit zwischen dem 8.9. und dem 29.10.2026 über das Niedersächsische LernCenter (NLC).
Hierzu bitte zunächst unter nlc.info/app/Login im System einloggen und dann den Link nlc.info/app/edb/Event/56569 aufrufen.
Sofern Sie noch nicht beim NLC registriert sind, erhalten Sie die Option sich zu registrieren.
Die reguläre Tagungsgebühr beträgt 25 €,
Lehramtsstudierende und LiV zahlen eine ermäßigte Tagungsgebühr von 15 €.
Geplanter Programmablauf
09:30 – 10:00 Uhr Ankommen und Kaffee
10:00 – 10:15 Uhr Eröffnung
10:15 – 11:15 Uhr Eingangsvortrag
11:15 – 11:30 Uhr Übergang zur Forenphase
11:30 – 13:00 Uhr 1. Forenphase
13:00 – 14:00 Uhr Mittagsimbiss mit Gelegenheit zum Austausch
14:00 – 15:30 Uhr 2. Forenphase
15:30 – 16:00 Uhr Kaffee und Kuchen mit Gelegenheit zum Austausch
16:00 – 16:30 Uhr Abschlussrunde
gegen 16:30 Uhr Verabschiedung
Eingangsvortrag
Dr. Dominik Feldmann
Lehrkraft für besondere Aufgaben im Bereich Didaktik der Sozialwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen
Die Gegenwart ist geprägt von einer Multiplen Krise, in der sich unterschiedliche Krisen überlagern und wechselseitig verstärken – darunter auch Krisen der Demokratie. Wie lassen sich diese Krisen gesellschaftstheoretisch fassen, und was folgt daraus für Bildung? Eine Antwort, die in den vergangenen Jahren deutlich an Konjunktur gewonnen hat, ist die Demokratiebildung. Hier handelt es sich jedoch um einen leeren Signifikanten, unter dem sich unterschiedliche Konzepte und Zielsetzungen versammeln. Welche Vorstellungen von Demokratie und Gesellschaft liegen diesen Konzepten zugrunde? Was gerät aus dem Blick, wenn Demokratiebildung vor allem auf die Veränderung individueller Einstellungen und Handlungen zielt? Welche bildungspraktischen Implikationen lassen sich aus den gegenwärtigen Kontroversen ableiten?
Angebote in der 1. Forenphase
Simon Ritz
Lehrbeauftragter im Institut für Germanistik an der Universität Osnabrück
Mahmoud Farrag
Vorstandsvorsitzender des Vereins Meine Bildung und Ich e.V.
Gemeinsam mit den Teilnehmenden wollen wir Anregungen für einen kompetenzorientierten Umgang mit (wachsender) Vielfalt in der Schulgemeinschaft erarbeiten. Welche Fähigkeiten benötigen Schüler*innen und Lehrkräfte für ein gelingendes Miteinander in Vielfalt und wie können diese erlernt werden? Dabei erhalten wir Einblicke aus der Arbeit des Osnabrücker Bildungsvereins Meine Bildung und Ich, der sich als postmigrantische Organisation für Demokratie- und ganzheitliche Bildung einsetzt.
Prof. Dr. Simone Plöger
Professorin für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Diversität & Teilhabe an der Universität Osnabrück
Gruppenarbeit ist eine beliebte Methode kooperativen Lernens und verspricht im Kontext schulischer Diversität, unterschiedliche Potenziale einbringen zu können. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig eine ungleiche Beteiligung. Dahinter stecken oft Statushierarchien, die auch durch Schule hervorgebracht werden. Complex Instruction ist ein pädagogisches Konzept, das dem durch Aufgaben mit mehreren Zugängen, klare Rollen und Statusinterventionen begegnet.
Im Workshop werden Grundprinzipien anhand von Praxisbeispielen vorgestellt und diskutiert, welche Voraussetzungen die Umsetzung braucht.
Hannah Koch und Dr. Nastassia Rozum
Mitglieder der Forschungsstelle Mehrsprachigkeit und Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im Bereich Deutsch als Zweitsprache und Sprachliche Bildung am Institut für Germanistik an der Universität Osnabrück
Sprachliche Diversität ist eine Chance für demokratisches Miteinander, doch oft kollidieren Erwartungen von Schule und Elternhäusern.
Dieses Spannungsfeld beleuchtet das Forum ausgehend von authentischen Stimmen von Lehrkräften und Eltern und setzt diesem partizipative Wege entgegen. Durch den kollegialen Austausch entsteht ein gemeinsamer Erfahrungsraum, in dem praxisnahe Ideen mit Fokus auf mehrsprachigkeitsbewusste Elternarbeit und die Aufwertung des Erstsprachenunterrichts entwickelt werden.
Ziel ist es, Vielfalt sowie Eltern als gleichwertige Akteur*innen proaktiv wertzuschätzen und eine inklusive, demokratische Schule zu gestalten.
Prof. Dr. Ingrid Kunze
Professorin für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Allgemeine Didaktik/Lehren, Lernen an der Universität Osnabrück
Dr. Katharina Graalmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik
Dr. Peter große Prues
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Osnabrück, Institut für Erziehungswissenschaft, Schulpädagogik
Max Knolle
Lernbegleiter an der Friedensschule Osnabrück und Leiter des Projektes demoKI
Künstliche Intelligenz (KI) birgt das Potenzial, das demokratische Zusammenleben im positiven wie auch negativen Sinne zu verändern. Daher muss sich auch schulische Bildung anpassen, um die heranwachsende Generation zu befähigen, diese Transformation aktiv und kritisch begleiten zu können.
Im Forum wollen wir die Verbindungen von Demokratie- und KI-Bildung anreißen und das Projekt demoKI der Friedensschule Osnabrück vorstellen, das sich mit Potenzialen, Funktionsweisen und Folgen von KI anhand von Lernprodukten auseinandersetzt.
Thies Henking
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Sachunterricht und seine Didaktik an der Universität Greifswald
Der Workshop bietet zunächst einen kurzen theoretischen Input zur Bedeutung von Schüler:innenpartizipation im Unterricht und ordnet diese als wichtigen Bestandteil von Demokratiebildung ein. Im Anschluss eröffnet er einen Raum um Hinweise, Fragen, Inhalte sowie konkrete Praxismöglichkeiten zu identifizieren und zu diskutieren, wie Partizipation im (Sach-)Unterricht aufgegriffen, gestaltet und didaktisch sinnvoll genutzt werden kann.
Gemeinsam werden sowohl Potenziale als auch Grenzen und Gelingensbedingungen partizipativer Unterrichtsgestaltung reflektiert werden. Ziel ist es, relevante Impulse für die Weiterentwicklung von Partizipation und demokratischer Bildung im schulischen Alltag herauszuarbeiten.
Ich würde mich zudem sehr freuen, wenn die Möglichkeit besteht, einzelne Inhalte und Ergebnisse des Workshops (unter Wahrung aller wissenschaftlicher Standards) für meine Dissertation zu nutzen.
Grundschule Neuenkirchen im Hülsen
Susanne Langelage (Schulleiterin) + Christine Knost (Förderschullehrerin)
Hauptschule Damme
Maike Niepel (Konrektorin) + Birte Gratz (Koordinatorin für den berufspraktischen Bereich)
Realschule Georgsmarienhütte
Christian Diekmann (Konrektor)
Wie kann Schule auf gesellschaftlichen Wandel reagieren und Schülerinnen und Schüler auf eine zunehmend komplexe Welt vorbereiten? Drei Schulen aus der Region geben Einblicke in Wege, auf denen sie traditionelle Unterrichtsstrukturen weiterentwickelt haben: Die Realschule Georgsmarienhütte setzt mit dem FREIDAY auf selbstbestimmtes und projektorientiertes Lernen, die Hauptschule Damme erprobt neue Formen individualisierten Lernens und der Leistungsrückmeldung, und die Grundschule Neuenkirchen im Hülsen schafft systematisch Freiräume für individuelles und selbstgesteuertes Lernen.
Nach kurzen gemeinsamen Einblicken in die drei Schulentwicklungsprozesse haben die Teilnehmenden Gelegenheit, einen der Ansätze in drei parallelen Vertiefungsgruppen näher kennenzulernen und gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Schulen zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fragen, welche Bedingungen schulische Veränderungsprozesse ermöglichen, wo Herausforderungen liegen, und vor allem auch, welche Ideen und Elemente sich vielleicht auch ohne einen umfassenden Transformationsprozess auf die eigene Unterrichtspraxis übertragen lassen?
Angebote in der 2. Forenphase
Prof. Dr. Mark Bechtel
Professor für Didaktik der romanischen Sprachen am Institut für Romanistik/Latinistik der Universität Osnabrück
Nele Hohagen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Fachdidaktik Spanisch am Institut für Romanistik/Latinistik der Universität Osnabrück
Die rasante Entwicklung von KI-Tools erfordert eine Weiterentwicklung des Unterrichts und der fachdidaktischen Ausbildung.
Im Forumsbeitrag wird diskutiert, wie in einem Kooperationsprojekt zwischen dem Arbeitsbereich der Didaktik der romanischen Sprachen und der IGS Osnabrück schulische Unterrichtsentwicklung und fachdidaktische Ausbildung miteinander verzahnt werden können.
Neben der Vorstellung des Seminarkonzepts geht es um die Frage, wie KI-Tools zur Förderung der Kompetenz Sprechen in der Fremdsprache eingesetzt, erprobt und evaluiert werden können.
Prof. Dr. Dorothee Barth
Professorin für Musikdidaktik an der Universität Osnabrück
Dr. Gabriele Griese-Heindl
Akademische Rätin im Fachgebiet Politik und Gesellschaft sowie Beruf und Wirtschaft in der Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften an der Universität Regensburg; ehemalige langjährige Mittelschullehrkraft
Demokratiebildung geht über die Auseinandersetzung mit Populismus oder demokratischen Institutionen hinaus. Als Kernaufgabe schulischer Bildung betrifft sie alle Fächer sowie das gesamte schulische Handeln. Ob Nachhaltigkeit, Diversität, Berufsorientierung, das Neutralitätsgebot oder der Umgang mit kontroversen gesellschaftlichen Themen – Lehrkräfte treffen täglich Entscheidungen mit demokratiepädagogischer Relevanz.
Im Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis lädt der Workshop dazu ein, Demokratiebildung als grundlegendes Prinzip des Lernens und Zusammenlebens an Schulen zu verstehen und anhand konkreter Unterrichtsbeispiele zu diskutieren, wie demokratische Kompetenzen fachübergreifend und alltagsnah gefördert werden können.
Prof. Dr. Michael Brinkmeier
Professor für Didaktik der Informatik an der Universität Osnabrück
Wir werden die Frage, ob Prompting eine Kompetenz ist, kritisch beleuchten. Dazu werden wir uns mit der Funktionsweise von KI-Systemen, und ihrer sinnvollen Nutzung - nicht nur im Unterricht - beschäftigen.
Außerdem wird thematisiert, wie Sprachgebrauch unsere Vorstellung von den Systemen und ihren Fähigkeiten formt.
Alexandra Wilker
Lehrende in der Fachdidaktik Textiles Gestalten an der Universität Osnabrück
Im Rahmen des Projekts „Repair on Wheels“ wurde ein mobiles Lern- und Vermittlungsformat für „Visible Mending“ (sichtbares Reparieren von Textilien) entwickelt. Ein Bollerwagen als mobiles Atelier und kultureller Anker schafft über bekannte Alltagsobjekte den Zugang zu Themen der Ressourcenschonung und Reparaturkultur.
Wir diskutieren und erproben gemeinsam das Potenzial eines mobilen Lernformats, um fachliche Perspektiven zu vernetzen und unterschiedliche Bildungsräume zu erreichen.
Bei der für dieses Jahr geplanten Jahrestagung handelt es sich um eine Wiederaufnahme eines bereits bewährten Formates.
Über die folgenden Links kommt man zu Dokumentationen, die zumindest einen Eindruck von den vorherigen Veranstaltungen vermitteln: