Forschungsprojekte

Stand: 05.03.26

© Juan Segundo Pena Loray
Gruppenbild der KPP

Laufende Studien

SLOME-Studie: Ein Training gegen Körperunzufriedenheit bei Frauen

Für körperunzufriedene Frauen im Alter von 18 – 45 Jahren bieten wir im Rahmen einer Teilnahme an unserer SLOME-Studie ein psychologisch angeleitetes Training zur Verbesserung des Körperbildes an. 

Ausgeprägte Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper ist in der Bevölkerung insbesondere unter Frauen ein weit verbreitetes Phänomen. Negative Bewertungen des eigenen Körpers, der Figur oder des Gewichts und die damit einhergehende Körperunzufriedenheit beeinträchtigen verschiedene Lebensbereiche der betroffenen Personen. Ein negatives Körperbild steht außerdem im Zusammenhang mit der Entwicklung und Aufrechterhaltung von Magersucht, Bulimie, Binge Eating Störung und Körperdysmorpher Störung. In der SLOME-Studie möchten wir herausfinden, welchen Einfluss eine mehrfach durchgeführte psychotherapeutische Übung mit zwischenzeitlichen Erholungsphasen auf die Körperunzufriedenheit bei Frauen hat. Die dabei verwendete Methode ist gut etabliert und wird in der Therapie häufig verwendet. Die Studie wird in einer Kooperation der Universitäten in Tübingen und Osnabrück durchgeführt und durch die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) finanziert. 

Wer kann teilnehmen?

Frauen ab 18 bis 45 Jahre mit starker Körperunzufriedenheit und dem Wunsch daran in mehreren Terminen zu arbeiten. Für diese Studie suchen wir Frauen mit Normal- bis leichtem Übergewicht (Body Mass Index 19-29,9 kg/m²). 

Teilnahmevoraussetzungen

  • Aktuell keine Psychotherapie
  • Hohe Körperunzufriedenheit
  • Normalgewicht bis leichtes Übergewicht (BMI 19-29,9)
  • Alter von 18 - 45 Jahren
  • keine bekannten Schlafprobleme
  • keine Anzeichen für Alkohol- oder Drogenabhängigkeit
  • keine aktuelle oder mindestens 6 Monate zurückliegende Schwangerschaft/Stillzeit. 

Ablauf der Studie

Teil 1: Online-Eingangsfragebogen und anschließender Telefontermin um die Teilnahmevoraussetzungen abzuklären.

Teil 2: Vorbesprechung (Dauer: 60-90 min.) im Institut für Psychologie.

 Teil 3: Drei ca. 7-stündige Termine, während derer Sie jeweils 2,5 Stunden intensive psychologisch angeleitete Übungen zur Verbesserung des Körperbildes durchlaufen. Zwischen den Übungen werden Sie sich 2 Stunden lang ausruhen können. In dieser Phase wird ein EEG abgeleitet. Die Termine finden im Abstand von je einer Woche statt. Ein Frühstück sowie ein Mittagessen werden von uns gestellt. 

Teil 4: Zwei weitere kurze Termine, jeweils ca. 1 Stunde.

Vergütung

Bei einer vollständigen Teilnahme an der Studie erhalten Sie insgesamt ein 7,5 Stunden dauerndes kostenloses therapeutisch angeleitetes Training zur Verbesserung der Körperzufriedenheit. Außerdem erhalten Sie 54 € als Vergütung für den ersten und die zwei letzten Termine. Zusätzlich dazu können Studierende der Universität Osnabrück bis zu 17 VP-Stunden erhalten.

Zugang zur Studie

Über folgenden Link gelangen Sie zum Online Fragebogen, in dem Sie weitere Informationen erhalten und erste Fragen beantworten:
www.soscisurvey.de/SLOME_Screening/ 

Studierende, die VP-Stunden sammeln möchten nutzen bitte SONA: 
osnabrueck.sona-systems.com/default.aspx;
„Wirksamkeit der Spiegelkonfrontation auf die Körperzufriedenheit“ 

Studienleitung

Prof. Dr. Silja Vocks (Universität Osnabrück, Fachbereich Psychologie),
Prof. Dr. Jennifer Svaldi (Universität Tübingen, Fachbereich Psychologie) und
Prof. Dr. Steffen Gais (Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Medizinische Psychologie) 

Studiendurchführung Osnabrück

M. Sc. Psych. Tabea Vogel
Tel.: +49 541 969-7645
slome-studie@uni-osnabrueck.de

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Welchen Einfluss hat Germany’s Next Topmodel auf unsere psychische Gesundheit?

Die Fernsehsendung Germany’s Next Topmodel (GNTM) ist seit 20 Jahren eine etablierte Casting-Show für Models mit nahezu konstant hohen Einschaltquoten. Es wurde bereits vielfach diskutiert, welche Rolle diese Sendung bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Körperunzufriedenheit und Essstörungen spielt. Bisher ließ sich diese Frage wissenschaftlich nicht beantworten, weshalb sich die Universität Osnabrück in einem Forschungsprojekt dafür interessierte, welchen Einfluss die Casting-Show auf die Körperzufriedenheit, den Affekt und das Selbstwertgefühl der Zuschauer*innen hatte.
Studienleitung
Prof. Dr. Silja Vocks
Studiendurchführung
Friederike Flechsig, M.Sc., Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Gritt Ladwig, M.Sc., Psychologische Psychotherapeutin

        

Ihre Erfahrungen sind wertvoll: Betroffene bewerten die Bausteine einer abgeschlossenen Essstörungstherapie

Essstörungen zählen zu den psychischen Erkrankungen mit den gravierendsten körperlichen und psychosozialen Folgen. Eine erfolgreiche Behandlung ist daher entscheidend für die Wiederherstellung der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Dafür ist es essenziell, die Behandlung individuell an die Bedürfnisse von den Betroffenen anzupassen, wobei auch auf die von den Betroffenen empfundene Wirksamkeit von Interventionen geachtet werden sollte. In der Forschung bisher wurde vor allem der Gesamterfolg einer Therapieform betrachtet. Behandlungsbausteinen wurden dabei nicht einzeln betrachtet und auch die subjektive Einschätzung der Betroffenen zu den einzelnen Therapiebausteinen wurde bisher vernachlässigt.
Im Rahmen dieser Studie haben wir uns mit den Bausteinen einer Psychotherapie beschäftigt, die von Personen mit Essstörungen im Nachhinein als hilfreich für die Genesung empfunden werden. Teilgenommen haben Personen, die in der Vergangenheit eine Essstörungsdiagnose erhalten und in dem Zusammenhang bereits eine Psychotherapie abgeschlossen haben. Mit Ihrer Unterstützung konnten wir wichtige Einblicke in die Bewertung einzelner Therapiebausteine gewinnen und damit auf eine bessere Versorgung von Menschen mit Essstörungen hinarbeiten. 

Studienleitung
Prof. Dr. Silja Vocks

Studiendurchführung
Friederike Flechsig, M.Sc., Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
Tabea Vogel, M. Sc. Psych.

 

Psychometrische Validierung des Exteroceptive Body Awareness Questionnaire (EBA-Q)

In dieser Studie wurde der EBA-Q erstmals in die deutsche Sprache übersetzt und hinsichtlich seiner psychometrischen Eigenschaften überprüft. Der EBA-Q erfasst die exterozeptive Körperwahrnehmung, also die Fähigkeit, Zustand oder Veränderungen des eigenen Körpers basierend auf exterozeptiven Reizen (z. B. visuelle, auditive oder taktile Informationen) richtig einzuschätzen. Diese ist ein wichtiger Bestandteil der multisensorischen Körperwahrnehmung. Ziel war es, die Zuverlässigkeit und Validität der deutschsprachigen Version zu untersuchen. Dazu nahmen N = 641 Personen ab 16 Jahren an einer Online-Befragung teil, die in zwei Teilen im Abstand von zwei Wochen durchgeführt wurde, um auch die Test-Retest-Reliabilität zu prüfen. Neben dem EBA-Q kamen weitere etablierte Fragebögen zum Körperbewusstsein und zur Interozeption (Wahrenhmung und Interpretation von inneren Körperzuständen) zum Einsatz, um konvergente und divergente Validität zu erfassen. Die Ergebnisse zeigen, dass der EBA-Q ein zuverlässiges Instrument zur Erfassung der exterozeptiven Körperwahrnehmung ist, das sowohl in der Grundlagenforschung als auch in klinischen Kontexten Anwendung finden kann.

Beteiligte Personen

Luca-Leander Wolz, Hannah Quittkat, Fanny Schober (Dietel), Tanja Hechler & Silja Vocks