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Roboterfinger trifft menschlichen Finger.

KI-Campus Osnabrück

Technischen Wandel forschend begleiten und menschlich gestalten

Der KI-Campus der Universität Osnabrück ist Ergebnis der langjährigen Profilbildung im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Er verknüpft die forschungsstarken und zugleich anwendungsnahen Fächer Informatik, Kognitionswissenschaft, Wirtschaftsinformatik sowie Forschungsgruppen der Mathematik und wird von zwei der insgesamt sechs fächerübergreifenden Profillinien im Strategiepaket Forschung der Universität unterstützt (Kognition und Digitale Gesellschaft).

Künstliche Intelligenz und Digitalisierung

Wenn Daten das Öl des 21. Jahrhunderts sind, so ist KI der Motor der diesen Kraftstoff nutzen kann. Gemeinsam bilden sie die ‚Kraftquelle‘ für die Digitalisierung.

(Stefan Weiss)

KI-Technologien sind abhängig von enormen Datenmengen, mit denen z.B. neuronale Netzwerke trainiert werden können. Diese Daten liefert vor allem die fortschreitende gesamtgesellschaftliche Digitalisierung. Zugleich sind Digitalisierungsbedarfe und -technologien abhängig von KI-Technologien, die das Sammeln, Verknüpfen und automatisierte, maschinelle Auswerten von großen Datenmengen überhaupt erst möglich machen. KI (verstanden als sog. »schwache KI«, die zugleich Grundlage der »Strategie Künstliche Intelligenz der Bundesregierung« ist) und Digitalisierung sind in diesem Sinne wie zwei Seiten einer Münze untrennbar miteinander verbunden.

Neben den informationstechnischen und kognitionswissenschaftlichen Aspekten spielen dabei auch die juristischen, sozialwissenschaftlichen und ethischen Implikationen des zunehmenden KI-Einsatzes bei den einschlägigen Forschungsaktivitäten eine wesentliche Rolle.

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Der KI-Campus in Osnabrück

Derzeit arbeiten im KI-Campus ca. 20 Professorinnen und Professoren sowie rund 80 Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darunter sind vier einschlägige, von der Wirtschaft bzw. Stadt und Landkreis Osnabrück finanzierte Stiftungsprofessuren. Mit der Einwerbung weiterer KI-Professuren aus den aktuellen Bund-/ Länderprogrammen zur Künstlichen Intelligenz und/ oder Digitalisierung ist hier eine weitere personelle Verstärkung zu erwarten.

Die zweite Säule des KI-Campus neben der Forschung ist die akademische Ausbildung sowie die Nachwuchsförderung. So wird beispielsweise, neben den bundesweit einmaligen Bachelor-, Master- und PhD-Programmen Cognitive Science des Instituts für Kognitionswissenschaft sowie den Bachelor-, Master- und Promotionsprogammen in der Informatik, der berufsbegleitende Masterstudiengang Cognitive Computing angeboten. Die zum großen Teil internationalen Absolventinnen und Absolventen dieser Programme sind in Zeiten eines zunehmenden Fachkräftemangels in der KI-affinen regionalen und überregionalen Wirtschaft überaus gefragt.

Besondere einschlägige akademische Qualifizierungsmöglichkeiten zur Nachwuchsförderung bieten die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Graduiertenkollegs "Situated Cognition" und "Computational Cognition" zur Untersuchung menschlicher und maschineller Intelligenz. Mit Forschungsfragen zu "Akzeptanz und Vertrauen in erweiterten und virtuellen Arbeitswelten" befassen sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und-wissenschaftler eines weiteren Graduiertenkollegs.

Der Stellenwert des KI-Campus an der Universität wird in den Planungen für ein neues Gebäude am Universitätsstandort Westerberg sichtbar, in dem die einschlägigen Fächer und Institute zur Beförderung synergetischer Effekte zusammengeführt werden und unter einer einheitlichen Adresse firmieren.

Fachlich eng mit dem KI-Campus verbunden ist das neu gegründete DFKI Labor Niedersachsen des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Als außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit den beiden Niederlassungen in Osnabrück und Oldenburg wird hier insbesondere zur erweiterten Wahrnehmung komplexer Umgebungen oder Situationen geforscht. Dazu werden die beiden DFKI-Arbeitsgruppen am Standort Osnabrück in den nächsten Jahren auf insgesamt mindestens 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aufgebaut.

Die enge thematische Verknüpfung zwischen KI-Campus und DFKI Labor Niedersachen spiegelt sich auch darin wider, dass die beiden Osnabrücker Arbeitsgruppenleiter als Professoren an der Universität Osnabrück forschen und lehren. Weitere einschlägige Arbeitsgruppen zur Erweiterung des DFKI Labors Niedersachsen am Standort Osnabrück sind vorgesehen.

Sind die beiden Einrichtungen "KI-Campus der Universität Osnabrück" und "DFKI Labor Niedersachsen" in erster Linie geprägt durch hochkompetitive Wissenschaftsleistungen, sind weitere KI-Gebäude am Standort Osnabrück dem Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis gewidmet. Konkret handelt es sich um Forschungsabteilungen regionaler und überregionaler mittelständischer Unternehmen in räumlicher Nähe zum KI-Campus, die erkannt haben, dass sich sowohl ihre Wertschöpfungsketten durch den Einsatz von KI verbessern lassen, als auch, dass die hervorragend ausgebildeten Absolventinnen und Absolventen der einschlägigen Bachelor-, Master-, PhD- und Doktoranden-Programme in ihren Unternehmen hoch willkommen sind. Auf Basis der bereits von Betrieben vor Ort eingerichteten dem Thema gewidmeten »ForschungsHubs« ist es realistisch, auch hier von einer personellen Größenordnung an KI-Experteninnen und Experten wie beim KI-Campus und DFKI Labor auszugehen.

Zusammengefasst ist es, neben der großen Zahl von KI-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die starke Interdependenz zwischen dem KI-Campus, dem DFKI Labor und KI-Forschungsabteilungen von Unternehmen, die maßgeblich zur Stärkung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts beiträgt und Osnabrück perspektivisch zu einer der deutschen "KI-Hauptstädte" werden lässt. Dabei flankieren das DFKI Labor Niedersachsen als außeruniversitäre Forschungseinrichtung und die KI-affine Wirtschaft den KI-Campus der Universität und arrondieren die umfassende KI-Expertise am Standort Osnabrück. Mit der Fokussierung auf den KI-Schwerpunkt im Bereich Digitalisierung/ Informatik ergeben sich für die Universität nicht nur exzellente Forschungsperspektiven, sondern es werden zugleich auch Antworten auf Fragen gegeben, die in den nächsten Jahrzehnten von höchster wissenschaftlicher, technischer und gesellschaftlicher Relevanz sein werden.

Der KI-Campus auf einen Blick:

KI-relevante Profillinien

Elektronische Patientenakten oder selbstfahrende Fahrzeuge: Dies sind nur zwei von vielen Praxisbeispielen, die in der Profillinie Digitale Gesellschaft – Innovation – Regulierung eine Rolle spielen. Weiterhin stehen unter anderem Innovationsprozesse zu Themen wie Connected Home, Smart Health Services, Crowdsourcing, Usability und Know-How-Schutz im Mittelpunkt dieses innovativen Forschungsverbundes. Im Zentrum der Forschung der Profillinie Kognition: Mensch – Technik – Interaktion stehen neue Methoden der KI sowie die Nutzung von Big Data für die Verbesserung von gesellschaftlichen und sozialen Strukturen. Beispiele hierfür sind: die Auswertung sozialer Netzwerke zur Ermittlung der Vorhersage von Krankheitswellen, Entwicklung von smarten E-Learning Systemen und gesellschaftliche Aspekte der KI im Bereich des autonomen Fahrens. Hinzu kommen die sozialen, ethischen und auch juristischen Implikationen, die mit der zunehmenden Digitalisierung und dem Einsatz von KI einhergehen.

KI-Graduiertenkollegs

Die Exzellenz in der Kognitionsforschung wird aktuell unter anderem durch die beiden DFG-Graduiertenkollegs Computational Cognition und Situated Cognition zum Ausdruck gebracht. Dabei soll z.B. das Graduiertenkolleg Computational Cognition dazu beitragen, Intelligenz bei Menschen und Maschinen besser zu verstehen. Im Zentrum steht das Verständnis der Verbindungen von niedrigen und höheren Kognitionsebenen. So führt das Kolleg die Kognitionswissenschaft und die Künstliche Intelligenz zusammen. Ein weiteres, von der Universität finanziertes und am Institut für Wirtschaftsinformatik angesiedeltes Graduiertenkolleg befasst sich mit der interdisziplinären Erforschung von Akzeptanz und Vertrauen in augmentierten und virtuellen Arbeitswelten – auf dem Weg zur Industrie 4.0 sind Erkenntnisse darüber von großer Bedeutung.

DFKI-Labor Niedersachsen

Wie können autonome mobile Roboter im Umfeld von Menschen zielgerichtet und sicher agieren? Und wie kann die dafür entwickelte Technologie in Anwendungsbereiche wie Agrartechnik oder Intralogistik übertragen werden? Antworten auf diese und weitere Fragen gehören zum Forschungsgebiet der seit 2011 existierenden Osnabrücker Außenstelle "Planbasierte Robotersteuerung" des Bremer Robotics Innovation Center (RIC) des DFKI. Diese Arbeitsgruppe wird in dem 2019 neu gegründeten DFKI Labor Niedersachsen mit Niederlassungen in Osnabrück und Oldenburg fortgeführt. Derzeitiger Sprecher des DFKI Labors Niedersachsen ist Prof. Dr. Joachim Hertzberg. Forschung und Entwicklung fokussieren dabei das Thema "Advanced Perception" und adressieren in erster Linie mittelständische Unternehmen. Neben der bereits bestehenden Gruppe "Planbasierte Robotersteuerung" kommt die Osnabrücker Gruppe "Smart Enterprise Engineering" hinzu. Hier sollen Innovationspotenziale, wie Industrie 4.0 und Smart Services, systematisch erschlossen und in digitale Aus- und Weiterbildungsszenarien für Unternehmen transformiert werden. Methoden der Künstlichen Intelligenz und neue Technologien wie Augmented oder Virtual Reality kommen hierbei zum Einsatz.

KI-affine Studiengänge

Die Bachelor-, Master- und PhD-Programme Cognitive Science beschäftigen sich primär mit dem wissenschaftlichen Studium von Gehirn und Geist. Auch die entsprechenden Bachelor- und Masterprogramme sowie Promotionsmöglichkeiten in der Informatik bieten KI als fachlichen Schwerpunkt an. Neu hinzu kommt der berufsbegleitende Masterstudiengang Cognitive Computing, in dem es darum geht, mithilfe der Künstlichen Intelligenz menschliche Denkprozesse zu simulieren. Am Institut für Informatik gibt es zudem als innovatives einschlägiges Studienangebot den Bachelorstudiengang »Eingebettete Softwaresysteme«, der insbesondere die Wechselwirkung von Computersystemen und umgebenden technischen Systemen zum Gegenstand hat. Die ethischen und sozialen Dimensionen der Digitalisierung werden in den entsprechenden Studienprogrammen ebenfalls breit diskutiert.

Ansprechpartner für die Medien:

Dr. Oliver Schmidt

Portrait Oliver Schmidt. Foto: Jette Goltz

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