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Dr. Sabine Bohne koordiniert die Flüchtlingsaktivitäten an der Uni

Ausgabe 07 / 2015

Dr. Sabine Bohne. Foto: R. Schrap

© / R. Schrap

Dr. Sabine Bohne

In den vergangenen Monaten sind an der Universität Osnabrück zahlreiche Initiativen entstanden, um die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge zu unterstützen. So geben Studierende Sprachunterricht, bieten Kindern Freizeitangebote und sammeln Kleider sowie Sachspenden. Und die Universität selber plant, ein umfangreiches Sprachkursangebot für Studieninteressierte aufzubauen. Diese Aktivitäten koordiniert seit Anfang November Dr. Sabine Bohne.

Eng zusammen arbeitet die Erziehungswissenschaftlerin dabei mit Prof. Dr. Helen Schwenken, apl. Prof. Dr. Jochen Oltmer sowie PD Dr. Christoph Rass vom Institut für Migrationsforschung und interkulturelle Studien (IMIS), die von der Hochschulleitung damit beauftragt wurden, sich des Themas anzunehmen.

Bohne selbst unterscheidet zwischen kurz- und langfristigen Zielen: »Zunächst einmal muss es darum gehen, überhaupt in Erfahrung zu bringen, welche Bedarfe die Flüchtlinge haben. Wie viele von ihnen möchten studieren, welche Fächer sind besonders gefragt bei ihnen und welche Voraussetzungen bringen sie mit?« Um hier verlässliche Daten zu erhalten, wurde bereits vor einigen Wochen eine Infoveranstaltung durchgeführt, zu der mehr als 80 Flüchtlinge kamen. Aufgrund einer Abfrage zeigte sich, dass viele von den Befragten ein schon begonnenes Studium im Herkunftsland abbrechen mussten oder aber über einen ersten Abschluss verfügen und das Studium in Deutschland weiterführen möchten. Die Studieninteressen sind sehr vielfältig und reichen von Ingenieur-, Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaften bis hin zu  internationalem Recht. Klärungsbedarf besteht in der Anerkennung von Abschlüssen bzw. Studienleistungen sowie Finanzierungsmöglichkeiten. Von fast allen wurde der Wunsch geäußert, möglichst schnell Deutsch lernen zu können.

Ebenfalls vorgesehen ist es, die Lehrveranstaltungen, die die Flüchtlinge bereits jetzt schon unentgeltlich als Gasthörer besuchen können, später auf ein mögliches Studium anrechnen zu lassen. In diesem Semester sind bereits 35 Geflüchtete als Gasthörende eingeschrieben. Sie werden demnächst zu einem Austauschtreffen in das Gästehaus der Universität eingeladen. Es müssten sicherlich noch einige Hürden beseitigt werden und der Beratungsbedarf sei groß, macht Bohne deutlich.

Eine weitere Aufgabe, die gelöst werden soll, betrifft den Aufbau eines Kommunikationsnetzwerkes für die Flüchtlinge. Hier hat Bohne einen Facebook-Auftritt installiert, der den Austausch zwischen der Universität und den Flüchtlingen erleichtern soll, aber auch über weitere Unterstützungsinitiativen im akademischen Bereich informiert.

Eines indes ist ihr sicher: »Wir dürfen bei all unseren Aktivitäten nicht aus den Augen verlieren, dass es vor allem darauf ankommt, den geflüchteten Menschen Respekt entgegen zu bringen und Perspektiven zu eröffnen. Dies ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.«