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Pressemeldung

Nr. 91 / 2020

13. Mai 2020 : Demokratie stärken, Radikalisierung verhindern - Universität Osnabrück an Kooperationsprojekt zur muslimischen Selbstorganisation beteiligt

Die Demokratie zu stärken, Radikalisierung zu verhindern und dabei über die Basis der Gesellschaft wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, ist Ziel des Projektes Fem4Dem, welches in einer Kooperation des Instituts für Islamische Theologie der Universität Osnabrück mit dem Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main durchgeführt wird. Das Projekt Fem4Dem II wird bis Ende 2021 von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert.

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© Isabella Thiel

Die Projektmitarbeiterinnen suchen im gesamten Bundesgebiet nach Beispielen muslimischer Selbstorganisation. Hier bei einem Projektmeeting im November.

Genauer möchte das Projekt herausfinden, was an der Basis der muslimischen Zuwanderungsgesellschaft passiert. Um zu erfahren, welche Initiativen es gibt und wie Mädchen und Frauen es versuchen, sich zu organisieren, um ihre Interessen in der Gesellschaft zu vertreten, wurden seit Anfang 2019 im Vorgängerprojekt Fem4Dem I aufwendige Recherchen angestellt. Initiativen sollten dabei erkannt und die Unterstützung durch wissenschaftliche Expertise erarbeitet werden. Nun wird das Projekt fortgesetzt und die Zielgruppe um Jungen- und Männerarbeit erweitert. Das Ziel bleibt dabei das gleiche: Die engere Verbindung der Initiativen mit der Wissenschaft und die Unterstützung zu mehr Eigenständigkeit und Professionalisierung.

Prof. Dr. Bülent Uçar und Dr. Michael Kiefer vom Institut für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück und Prof. Dr. Harry Harun Behr und Dr. Meltem Kulaçatan von der Goethe-Universität Frankfurt am Main forschen dafür zusammen mit ihren 15 Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeitern im gesamten Bundesgebiet nach Beispielen muslimischer Selbstorganisation.

„Das Institut für Islamische Theologie verfügt seit seinem Bestehen über sehr gute Zugänge in die heterogene muslimische Zivilgesellschaft in Deutschland. Diese bilden eine wichtige Voraussetzung zum Gelingen unseres Projektes", so Dr. Michael Kiefer.

"Die Projekte könnten von ihrer Ausrichtung her ganz unterschiedlich sein", sagt Dr. Kulaçatan von der Goethe-Universität. In der Pilotphase beteiligte sich zum Beispiel eine Gruppe aus Bielefeld, in der sich muslimische Frauen gegen Antisemitismus in der Stadtgesellschaft engagierten. „Diese Frauen haben auf mehreren Seiten mit Vorurteilen zu kämpfen, wir helfen ihnen, ein Konzept zu entwickeln, damit sie erfolgreich Aufklärung betreiben können, zum Beispiel in Schulen und in der Erwachsenenbildung“, so die Erziehungswissenschaftlerin. Die Frauen müssten auch lernen, mit Rückschlägen klarzukommen und nicht aufzugeben – auch dabei würden sie vom Projekt Fem4Dem gestärkt.

Das Projekt Fem4Dem II wird bis Ende 2021 von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration gefördert. Bereits 2019 hat die Beauftragte das vorangegangene Projekt Fem4Dem I gefördert. Insgesamt sind dafür rund 5,7 Millionen Euro vorgesehen.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Dr. Michael Kiefer, Universität Osnabrück
Institut für Islamische Theologie (IIT)
Vertretung der Professur „Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt muslimische Wohlfahrtspflege“
Kamp 46/47, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 6220
michael.kiefer@uni-osnabrueck.de