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Pressemeldung

Nr. 81 / 2020

22. April 2020 : Wissenschaftler der Universität Osnabrück erhält Dietrich-Thränhardt-Dissertationspreis 2020

Der Dietrich-Thränhardt-Dissertationspreis 2020 des Arbeitskreises Migrationspolitik in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) wird an den Osnabrücker Sozialwissenschaftlicher Dr. Helge Schwiertz verliehen. Schwiertz arbeitet am Fachgebiet Migration und Gesellschaft des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Er wird ausgezeichnet für seine Studie „Die radikale Demokratie der migrantischen Kämpfe. Politische Selbstorganisierung von Jugendlichen mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland und den USA“. 

Wie gelingt es migrantischen Jugendlichen, zu politischen Subjekten zu werden und für ihre Rechte einzutreten? Wie ist es möglich, sich Herrschaftsverhältnissen zu widersetzen und inwiefern bietet Demokratie hierbei einen Bezugspunkt? In seiner 2019 im transcript Verlag veröffentlichten Dissertation geht Helge Schwiertz diesen Fragen nach, indem er eine radikaldemokratische Theorie entwickelt und diese mit einer qualitativen Studie zur Selbstorganisierung migrantischer Jugendlicher in Deutschland und den USA verbindet. Durch den Dialog von Empirie und Theorie trägt er damit sowohl zu einem differenzierten Verständnis migrantischer Kämpfe als auch zu demokratietheoretischen Debatten bei und zeigt auf, wie Grenzen demokratisiert werden können.

Seine Arbeit wurde nun vom Arbeitskreis Migrationspolitik in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) mit dem diesjährigen Dietrich-Thränhardt-Dissertationspreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro dotiert. In der Auswahl der Jury heißt es hierzu: „Die Arbeit überzeugte durch ihren Forschungsansatz sowie die durchgeführte systematische empirische und international vergleichende Analyse. Besonders hervorzuheben ist darüber hinaus die eigenständige Weiterentwicklung der radikalen Demokratietheorie sowie ihr Beitrag zur reflexiven Methodik in der deutschsprachigen Migrationsforschung." 

Der Preis ist nach dem Gründer des Arbeitskreises „Migrationspolitik“ Dietrich Thränhardt benannt, der von 1980 bis 2008 Professor für Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster war und der die politikwissenschaftliche Migrationsforschung in Deutschland und in Europa maßgeblich geprägt hat. 

Weitere Informationen für die Redaktion:
Dr. Helge Schwiertz, Universität Osnabrück
Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS)
Neuer Graben 19/21, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969 4917
helge.schwiertz@uni-osnabrueck.de