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Einladung Präsenzworkshop „Familienarbeit und Mental Load (fair)teilen“

Ein Angebot für Studierende/ Promovierende und Mitarbeitende der Universität

Wie stellen Sie sich eine gerechte Arbeitsteilung in der Familie vor? Wie nah kommen Sie Ihrer Wunschvorstellung?
Wer hat bei Ihnen zu Hause alles im Blick und im Kopf? Und wie können Sie zielführender über unterschiedliche Ansprüche oder Veränderungen sprechen?

Der Referent Nils Seiler (zertifizierter Coach und Stressmanagement-Trainer aus Berlin) greift an diesem Tag diese und ähnliche Fragen rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf und arbeitet mit Ihnen an Ideen zur Aufteilung von Sorgearbeit innerhalb der Familie. Dabei bietet der Workshop Raum für Ihre persönlichen Anliegen. Gemeinsam erarbeiten Sie Lösungswege, die durch hilfreiche Handlungs- und Kommunikationsstrategien ergänzt werden. Die Veranstaltung richtet sich ebenfalls an werdende Mütter und Väter.

Der Workshop findet am 23.02.2023 von 10:00 bis 15:00 Uhr statt. Anmeldungen sind ab sofort und bis zum 12. Februar 2023 möglich. Sie finden hier detaillierte Informationen zu dem Workshop (PDF, 605 kB). Bei Fragen wenden Sie sich an Malin Veenhuis-Memela aus dem Familienservice.

BMBF-gefördertes Projekt „GiBUOS – Geschlechteraspekte im Blick an der Universität Osnabrück“

Crashtest-Dummies sind im Schnitt 1,78 m groß und 78 kg schwer und orientieren sich damit an einer männlichen, westeuropäischen Durchschnittswerten. Mit eben jenen Dummies werden z.B. die Sicherungssysteme eines Autos getestet. Das hat zur Folge, dass für viele Menschen Airbag und Gurt nicht optimal ausgerichtet sind. Damit besteht z.B. für Frauen* im Schnitt ein um 47% höheres Risiko, sich bei einem Unfall zu verletzen.

Das ist eines von zahlreichen Beispielen dafür, warum es sich lohnt in der Forschung Geschlechteraspekte in den Blick zu nehmen. Hier setzt das BMBF-geförderte Projekt „GiBUOS – Geschlechteraspekte im Blick an der Universität Osnabrück“ im Rahmen der BMBF-Förderrichtlinie "Geschlechteraspekte im Blick" an, das am 01. Juli 2022 in die Konzeptphase gestartet ist. Ziel dieses Projektes ist die dauerhafte und systematische Integration von Geschlechteraspekten in Forschungsprozesse.

Zunächst erhält das von der stellv. Gleichstellungsbeauftragten Annkatrin Kalas und der Koordinatorin des Gender und Diversity-Controllings Jennifer Weßeler eingeworbene Projekt eine siebenmonatige Förderung zur Erstellung eines Konzeptes. Die Koordination des Projekts übernimmt Laura Boese. Sollte das im Januar 2023 einzureichende Konzept ebenfalls positiv beurteilt werden, folgen die Mittel für die fünfjährige Umsetzungsphase.

Die systematische Berücksichtigung von Geschlechteraspekten in der Forschung erscheint auch vor dem Hintergrund zunehmender Delegitimierungsversuche in Richtung Gender und Queer Studies notwendig. Ebenso ist bereits seit einigen Jahren eine zunehmende Relevanz von Geschlechteraspekten in Forschungsanträgen bei der Drittmitteleinwerbung zu beobachten. Geschlechteraspekte in der Forschung „in den Blick zu nehmen“ bedeutet daher nicht nur Geschlechterdimensionen in der Forschungsfrage zu berücksichtigen, um dem Benachteiligung erzeugenden Gender Data Gap entgegenzuwirken, sondern auch die Repräsentanz aller Geschlechter in Forschungsgruppen als relevanten Faktor anzusehen.

Eine geschlechtsbezogene Datenlücke (Gender Data Gap) entsteht, wie im einführenden Beispiel angeschnitten, wenn bei der Datenerhebung und/oder Auswertung die Kategorie Geschlecht(er) ungleich oder gar nicht repräsentiert ist. Zumeist geht diese Datenlücke zu Ungunsten von Frauen*/FINTA* und hat nicht nur negativen Einfluss auf Forschungsergebnisse/-vorhaben, sondern kann diskriminierende Auswirkungen haben, die im schlimmsten Fall die Gefährdung der nicht berücksichtigten Personen(gruppen) nach sich zieht.

Stichwort „Bikini-Medizin“: Die sogenannte „Bikini-Medizin“ beruht auf der fehlerhaften Annahme, dass sich weibliche Gesundheit kaum von männlicher unterscheidet. Der Begriff fußt auf der Annahme, Unterschiede in der medizinischen Behandlung von Männern und Frauen würden sich größtenteils auf die Körperteile beziehen, die ein Bikini verdeckt (Brüste, Vulva, Vagina, Eierstöcke). Dass dem nicht so ist, zeigt die Tatsache, dass bei Frauen die Wahrscheinlichkeit einer Fehldiagnose in puncto Herzinfarkt um 50% höher ist als bei Männern. Die Ursache hierfür ist, dass die männlichen Symptome eines Herzinfarkts normiert wurden. Patientinnen zeigen jedoch oftmals gänzlich andere Symptome.

Stichwort „Biased KI: Eine andere Form der datenbasierten Diskriminierung wird seit einigen Jahren im Bereich der Künstlichen Intelligenzen beobachtet. So zeigte ein 2016 in den USA bekannt gewordener Fall sehr deutlich: Künstliche Intelligenz kann diskriminierend sein; unter anderem gegenüber eines Geschlechts. „Amazon“ entwickelte eine Software, die den Bewerbungsprozess optimieren sollte. Stattdessen benachteiligte eben jene Software systematisch Frauen. So wurden beispielsweise Lebensläufe, in denen das Wort <Frau> vorkam, automatisch herabgestuft.

Die Beispiele aus der Forschungs- und Anwendungspraxis machen deutlich: so komplex wie es zunächst erscheint, ist es nicht. Es besteht allerdings Nachholbedarf, Geschlecht(er) in Forschungsdesigns zu berücksichtigen, um Forschung diskriminierungsfrei und damit umfassender zu machen. Nicht zuletzt wird so die Lebensrealität von FINTA* fairer, gleichberechtigter und sicherer gestaltet.

Ziel der Konzeptphase ist es, die bereits vorhandenen Strukturen, Prozesse und Expertisen (an) der Universität Osnabrück sowie das organisationale Verständnis einer vertiefenden Bestandsaufnahme zu unterziehen. Der Austausch hierzu wird in einer interdisziplinär zusammen gesetzten Arbeitsgruppe mit (angehenden) Wissenschaftler*innen und weiteren Expert*innen der Universität stattfinden. Unterstützt wird das Vorhaben durch den Vizepräsidenten für Forschung und Transfer, Prof. Dr. Kai-Uwe Kühnberger. Die Arbeitsgruppe dient der Diskussion und konzeptionellen Ausarbeitung des GiB-Konzepts, aber insbesondere des Kernelements des Projekts: einer zu entwickelnden Toolbox. Nach Beendigung der Umsetzungsphase soll diese Toolbox als Service für Wissenschaftler*innen aller Qualifikationsstufen fungieren, um diese gezielt dabei zu unterstützen, Geschlechteraspekte gewinnbringend in ihre Forschung/wissenschaftlichen Arbeiten, den Forschungsprozess sowie -anträge zu integrieren.

1 Frauen, Inter Menschen, Nichtbinäre Menschen, Trans Menschen und Agender Menschen

Sie haben Fragen zur „AG GiBUOS“ und/oder möchten mitwirken?
Dann nehmen Sie gerne Kontakt zur Projektkoordinatorin Laura Boese auf!

Die Notfallbetreuung ist weiterhin buchbar!

Trotz Schließung der Kitas ist die Notfallbetreuung weiterhin erreichbar. Bei anstehenden Betreuungsengpässen während Sie im Home-Office arbeiten oder an Online-Veranstaltungen teilnehmen, können Sie die Notfallbetreuung in Anspruch nehmen. Sollten Sie Fragen haben und/oder noch nicht registriert sein, wenden Sie sich an Malin Veenhuis-Memela. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF, 1,39 MB).