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Pressemeldung

Nr. 256 / 2016

06. Dezember 2016 : Dolmetschertätigkeit war Win-win-Situation für die Studierenden - Sprachenzentrum der Uni Osnabrück kooperiert mit KME

Wie diskutieren Ingenieure miteinander, wenn sie keine gemeinsame Sprache sprechen? Wie verstehen sie Dokumente, wenn es keine Übersetzungen ins Chinesische gibt? Im besten Fall durch die Unterstützung von Studierenden, die sowohl chinesisch als auch deutsch verstehen. Das Sprachenzentrum der Universität Osnabrück bietet seit neun Jahren das Modul »Lernen – Wissen – Wissenschaft« an. 35 chinesische Studierende konnten mit Unterstützung dieses Programms nun bei KME chinesischen und deutschen Ingenieuren bei Übersetzungen helfen.

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© Universität Osnabrück

Die Dolmetschertätigkeit bei KME war eine Win-win-Situation für die Studierenden und das Unternehmen.

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Die Gruppe chinesischer Ingenieure durchliefen seit Oktober 2015 bei dem in Osnabrück ansässigen Kupferverarbeitungsunternehmen KME ein Trainingsprogramm. Ende November kehrten sie wieder in Ihre Heimat Xinjian in der Provinz Henan zurück. Dort werden sie beim Aufbau eines neuen Produktionswerks mitarbeiten. Die dafür erforderlichen Anlagen zum Gießen,  Walzen, Verzinnen, Schneiden, Kontrollieren und Verpacken werden nach und nach in China installiert und müssen von chinesischen Mitarbeitern bedient werden können.

Die technischen Abläufe und Prozesse waren Kern des Trainingsprogramms für die chinesischen Gäste. Während ihres Aufenthalts in Osnabrück erwarben sie alle notwendigen Kenntnisse über die später in China laufende Fertigung. Sie hospitierten, erhielten Schulungen und entwickelten schließlich eigenständig Prozessabläufe. Regelmäßige Diskussionen vermittelten Theorie und Praxiswissen.

Die 35 Studierenden standen den chinesischen Ingenieuren persönlich zur Seite und erleichterten den Anlagenführern die Unterweisung. »Der technische Wortschatz war sehr schwer und neu. Jetzt kenne ich Wörter wie Fräse oder Warmwalzwerk. Das lernt man nicht im Germanistikstudium«, erzählt lächelnd die Studentin Huang Chuanyuan und ist stolz auf ihre Leistung. Sie und ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen übersetzten technische Dokumente ins Chinesische, erläuterten die Tätigkeiten im Labor und in der Qualitätskontrolle und ermöglichten die Vermittlung der Theorie. »Wir beobachten, dass die Studierenden sich bemerkenswert schnell technische Fachbegriffe aneignen können«, lobt Lars Schönball den Einsatz der jungen Dolmetscherinnen und Dolmetscher von Unternehmensseite. »Ihre Tätigkeit hat das Trainingsprogramm deutlich unterstützt.«

Schwerpunkt des einjährigen Programms für Germanistikstudierende von den chinesischen Partneruniversitäten ist die Vermittlung von Sprache, Wissenschaft und Kultur. »Neben der Ausrichtung auf fachliche, methodische  und interkulturelle Aspekte in Bezug auf ein Studium in Deutschland ist für uns wichtig, dass die Studierenden erste Erfahrungen in der Berufswelt sammeln können. Viele der Studierenden möchten später als Dolmetscher oder Übersetzer arbeiten. Daher war die Zusammenarbeit mit KME für uns eine klassische Win-win-Situation«, erläutert Katrin Brehmer vom Sprachenzentrum das Projekt.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Katrin Brehmer, Universität Osnabrück
Sprachenzentrum
Neuer Graben 7/9, 49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969-6166
E-Mail: katrin.brehmer@uni-osnabrueck.de