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Pressemeldung

Nr. 152 / 2017

24. Juli 2017 : Einer der Letzten der Gründergeneration - Universität Osnabrück trauert um Physiker und langjährigen Vizepräsidenten Prof. Dr. Peter Hertel

Der Fachbereich Physik trauert um Prof. Dr. Peter Hertel, der sich von 1975 bis zu seinem Ausscheiden 2006 als Hochschullehrer, Dekan und Vizepräsident an der Universität Osnabrück engagierte. Er arbeitete auf dem Gebiet der Mathematischen und Theoretischen Physik, insbesondere an Fragestellungen aus der Optik und war mehrere Jahre Sprecher des Sonderforschungsbereichs »Oxidische Kristalle«. Am 11. Juli verstarb er im Alter von 78 Jahren.

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© Universität Osnabrück / Elena Scholz

Prof. Dr. Peter Hertel, Physiker und langjähriger Vizepräsident der Universität Osnabrück, verstarb mit 78 Jahren.

Geboren 1938 in Chemnitz, kehrte er der DDR als 17-Jähriger den Rücken und legte 1958 in Hamburg das Abitur ab. Dort begann er auch mit dem Studium der Mathematik und Physik. 1961 wurde er in einen Postgraduate Course on Elementary Particle Physics (Masterstudiengang) am Imperial College in London aufgenommen. Danach schrieb er sich an der Philosophischen Fakultät in Wien ein und promovierte mit einer Dissertation zu einem Thema der Hochenergiephysik.

Seit 1964 war Hertel als Wissenschaftlicher Assistent in Heidelberg tätig, wo er sich 1969 habilitierte. Es folgten zwei Jahre am Centre Européenne pour la Recherche Nucléaire (CERN) in Genf. Von 1971 an lehrte und forschte Hertel als Gastprofessor an der Universität Wien und nahm 1975 den Ruf auf eine Professur für Theoretische Physik in Osnabrück an.

Theoretische Physik ist weniger am Gegenstand als an den verwendeten Methoden orientiert. Hertel hat physikalische Fragestellungen aus  unterschiedlichen Gebieten bearbeitet: Symmetrien in der Elementarteilchenphysik, Supernovakollaps, Stabilität der Materie, Integrierte Optik und vieles mehr. So konnte der Osnabrücker Wissenschaftler auch im experimentell geprägten Sonderforschungsbereich »Oxidische Kristalle« der Fächer Physik und Chemie an der Universität Osnabrück mit eigenen Projekten beitragen.

Hertel beteiligte sich darüber hinaus an der Selbstverwaltung der Universität. Er war zweimal Dekan des Fachbereichs Physik, leitete über eine lange Zeit die Studienkommission, war drei Jahre lang Sprecher des Sonderforschungsbereiches, mehrfach Mitglied des Senates und vier Jahre Vizepräsident der Universität, zuständig für Forschung, Nachwuchsförderung, Bibliothek, Auslandsbeziehungen und EDV.

Im Mittelpunkt stand bei dem Physiker neben der Forschung auch stets die Lehre. Die Studierenden haben bei mehrfachen Anlässen seine anschauliche Darstellung und plastische Ausdrucksweise gelobt. »Ich  glaube, dass sich nie jemand gelangweilt hat«, sagte Hertel zurückblickend bei seiner Verabschiedung 2006. Er hat zahlreiche Studientexte verfasst, und eine Auswahl daraus ist als Springer-Lehrbuch »Theoretische Physik« erschienen.

»Wir verlieren mit Prof. Hertel einen Physiker der Gründergeneration an der Universität Osnabrück, der uns als bis zuletzt aktiver Wissenschaftler, allseits geschätzter Kollege und beliebter akademischer Lehrer in Erinnerung bleiben wird«, so der Dekan des Fachbereichs Physik, Prof. Dr. Michael Reichling.

Weitere Informationen für die Redaktionen:
Prof. Dr. Michael Reichling, Universität Osnabrück,
Dekan Fachbereich Physik,
Barbarastraße 7, 49076 Osnabrück,
Tel. +49 541 969 2264,
E-Mail: dekan@physik.uni-osnabrueck.de