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Pressemeldung

Nr. 227 / 2013

01. Oktober 2013 : Präsidentenwechsel an der Universität Osnabrück

Mit einem Festakt im Osnabrücker Schloss vollzog die Universität Osnabrück am Dienstag, 1. Oktober, den Präsidentenwechsel. Nach neunjähriger Amtszeit verabschiedete sich Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger in den Ruhestand und übergab die Universitätsleitung an den Göttinger Wissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Lücke. An dem Festakt nahmen die niedersächsische Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajić sowie zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur teil.

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© Universität Osnabrück / Uwe Lewandowski

Mit einem Festakt im Osnabrücker Schloss vollzog die Universität Osnabrück am Dienstag, 1. Oktober, den Präsidentenwechsel. Nach neunjähriger Amtszeit verabschiedete sich Prof. Dr-.Ing. Claus Rollinger (l.) in den Ruhestand und übergab die Universitätsleitung an den Göttinger Wissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Lücke (r.). An dem Festakt nahmen neben der niedersächsischen Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, dem Vorsitzenden der Landeshochschulkonferenz, Prof. Dr.-Ing Dr. h.c. Jürgen Hesselbach (2.v.l.) und Prof. Dr. Axel Zeeck, Vorsitzender des Hochschulrats (2.v.r), zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur teil.

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In seiner Antrittsrede appellierte der neu ernannte Präsident Lücke an die »Freiheit der Wissenschaft« im Humboldtschen Sinne. »Die Wissenschaft und die Universität müssen frei sein von jeglichem Einfluss – frei von staatlichem, politischen, religiösem und wirtschaftlichem Einfluss.« Wissenschaftliches Arbeiten bedeute systematische und nachvollziehbare und ergebnisoffene Erkenntnissuche. Das heißt: »Wir können und dürfen nicht immer gleich auf technische, wirtschaftliche oder auch pädagogische Verwertung schauen, auf den in Euro und Cent zu messenden Nutzen.« 

Präsident Lücke dankte seinem Vorgänger für das große Engagement bei der Weiterentwicklung der 40 Jahre jungen Universität. Den Generationswechsel in der Professorenschaft habe die Universität Osnabrück mit Bravour gemeistert. Durch die Berufungen seien bewährte Profile der Universität gestärkt und neue Akzente gesetzt worden. »Das ist ein entscheidendes Pfund für die zukünftige Entwicklung und das Schicksal der Universität Osnabrück«, sagte Lücke.

Ganz besonders liegt dem neuen Präsidenten das Wohl der Studierenden am Herzen. Der 57-Jährige war vor seinem Wechsel nach Osnabrück Vizepräsident für Studium und Lehre an der Georg-August-Universität Göttingen. Wer mit Studierenden rede – und das habe er in Göttingen engagiert getan –, der merke sehr schnell, wo die heutigen Probleme im Studium liegen, sagte der neue Uni-Präsident. »Wir müssen den Studentinnen und Studenten nicht nur eine exzellente fachwissenschaftliche Bildung bieten, sondern ihnen auch Freiräume im Studium gewähren. Und das ist möglich, auch wenn von manchen noch immer der Bologna-Teufel an die Wand gemalt wird.«

Wichtig sei für die Studierenden heute das Nebeneinander verschiedener Lehr- und Lernformen mit veränderten technischen Möglichkeiten wie Open Online Courses (MOOCS), Podcasts oder iTunesU. Auch müssten die Präsenzphasen an der Universität zweckmäßiger gestaltet werden, nicht zuletzt um den Herausforderungen eines Life-Long-Learning, der Diversität der Studierenden und der Inklusion nachzukommen, so der Präsident. Er gehe mit vielen Ideen nach Osnabrück, die er gerne mit den Universitätsmitgliedern diskutieren und weiterentwickeln möchte.

Lücke wünscht sich ein Lern- und Studienzentrum zusammen mit der Hochschule Osnabrück, um die Kommunikation der Studierenden untereinander zu fördern. Denkbar wäre für ihn, dies mit einem Osnabrücker Friedenskolleg zu verbinden, damit renommierte Forscherinnen und Forscher den Weg nach Osnabrück finden, um in Ruhe und zusammen mit Osnabrücker Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu forschen und gelegentlich zu lehren. Auch die enge Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Landkreis Osnabrück, den benachbarten Hochschulen und Forschungseinrichtungen will Präsident Lücke weiter fördern.

Sorgen bereitet dem neuen Präsidenten die knappe finanzielle Ausstattung der Universität Osnabrück. »Um im Wettbewerb der Universitäten weiterhin zu bestehen, um die besten Köpfe – sowohl in der Wissenschaft, in der Verwaltung und bei den Studierenden – zu bekommen und zu halten und renommierte Projekte und Einrichtungen zu sichern, brauchen wir finanzielle Planungssicherheit. Alle Hochschulen im Lande haben mehr Studierende zu betreuen als noch vor acht Jahren. Allerdings sind die Hochschulmittel nicht im gleichen Maße mitgewachsen«, bemängelt der Präsident. »Auch fallen die Finanzzuwendungen in einigen Hochschulstandorten des Landes üppiger aus als in Osnabrück.«

Sein vorrangiges Ziel sei es, nach einer Standortanalyse die Universität Osnabrück in die Lage zu versetzen, mehr Drittmittel zu akquirieren. Neue Forschungsgebiete müssten dafür schnell identifiziert und strategisch erschlossen werden. »Ich möchte gerne Präsident einer Universität sein, die versucht, in einzelnen Bereichen Strahlkraft zu erlangen oder zu vertiefen.«

Der aus dem Amt scheidende Präsident Prof. Dr.-Ing. Claus Rollinger schätzt seinen Nachfolger als guten Kenner der Wissenschaftslandschaft ein, der viel Erfahrung aus dem Göttinger Präsidium mitbringe. »Die Universität Osnabrück ist gut aufgestellt, und ich freue mich, dass wir Prof. Lücke für das Präsidentenamt gewinnen konnten. Ich bin überzeugt, dass er die Entwicklung der Universität erfolgreich fortführen wird.«

Prof. Lücke studierte Agrarwissenschaften an der Universität Göttingen, an der er auch promoviert wurde und wo er sich 1993 mit einer Arbeit zum Thema »Mikrowellenbehandlung pflanzlicher Produkte« im Fach Agrartechnik habilitierte. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Regenerative Energien, thermische Solarenergienutzung, Mikrowellen- und Hochfrequenztechnik sowie Qualitätssicherung und Nacherntetechnologie. Seit Oktober 2008 war Prof. Lücke Vizepräsident für Lehre und Studium der Georg-August-Universität Göttingen.

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Dr. Utz Lederbogen
Pressesprecher der Universität Osnabrück
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