Demokratien stehen unter Druck. Die Beschränkung von Wahlen, die Unterdrückung der Opposition durch autoritäre Regime, das Zusammenbrechen von Regierungen: Entsprechende Entwicklungen werden klar als Gefahren für die Demokratie gewertet. Risiken erwachsen allerdings auch aus schleichenden, weniger sichtbaren, inkrementellen Entwicklungen. Die nahezu ubiquitäre Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der öffentlichen Wahrnehmung, Berichterstattung und politischen Diskussion ist eine solche Entwicklung. KI ist eine sozio-technische Entwicklung mit gesellschaftsstrukturellen Auswirkungen. KI funktioniert nur in Interaktion mit Menschen. Sie beruht auf Daten, die Menschen täglich produzieren, ohne sie in ähnlicher Weise verarbeiten zu können. In der Spielart kommerzieller, online-basierter Anwendungen ist sie eine globale Technik, die skaliert und damit Milliarden von Menschen betrifft: Bereits darin liegt eine erhebliche Konzentration von Macht. In meinem Vortrag diskutiere ich drei Aspekte der Herausforderungen von KI für Demokratie als Staatsverständnis: externe, interne und systemische.
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