Das Institut für Wirtschaftsstrafrecht und das Zentrum für Europäische und Internationale Strafrechtsstudien (ZEIS) laden Sie herzlich zum deutschsprachigen Vortrag von Prof. Dr. Dres. h.c. Makoto Ida zum Thema „Todesstrafe in Japan“ ein.
- 10.12.2025, 16.00 Uhr c.t.
- Juridicum, Raum 22/102
In Japan besteht die Todesstrafe weiterhin; sie wird zwar nicht häufig, aber in regelmäßigen Abständen verhängt und vollstreckt. Ihr Nutzen und ihre Legitimität sind auch dort Gegenstand intensiver Diskussionen – wenngleich Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung an ihrer Beibehaltung festhält.
Professor Makoto Ida, einer der führenden Strafrechtswissenschaftler Japans, hat sich in seinem gleichnamigen Buch – dem Ausgangspunkt seines Vortrags – eingehend mit der Todesstrafe aus der Perspektive der Straftheorie auseinandergesetzt. Darin stellt er die in Japan dominierende Vorstellung von Strafe als Vergeltung grundlegend infrage. Diese Theorie bildet bislang die gemeinsame argumentative Basis sowohl für Befürworter als auch für Gegner der Todesstrafe. Indem Professor Ida diese theoretische Grundlage kritisch analysiert, legt er die vorausgesetzten Denkmuster und Widersprüche der japanischen Strafrechtsdebatte offen und eröffnet neue Perspektiven für eine sachlichere Diskussion.
Das Werk hat in Japan große Resonanz gefunden und der festgefahrenen öffentlichen wie wissenschaftlichen Auseinandersetzung neue Impulse gegeben. Dank der Übersetzung von Prof. Dr. Matthias K. Scheer liegt das Buch auch in deutscher Sprache vor und macht die japanische Debatte erstmals einem deutschsprachigen Publikum zugänglich.
Zur Person: Makoto Ida wurde im Jahre 1956 geboren. Zurzeit ist er Professor an der Chūō-Universität Hōka Daigaku-in (Law School), Professor emeritus an der Keiō-Universität und Dr. jur. der Universität zu Köln. Professor Ida war u. a. Mitglied des Science Council of Japan, Vorsitzender des Religious Juridical Persons Council des Kulturministeriums und Vorsitzender der Legislativkommission am Justizministerium. Zurzeit ist er u. a. Berater des Justizausbildungsinstituts des Obersten Gerichtshofs und seit Februar 2024 Vorsitzender der Kommission „Runder Tisch über die Todesstrafe“. Professor Ida wurde von der Universität des Saarlandes sowie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Ihm wurde zudem der Philipp Franz von Siebold-Preis (Alexander von Humboldt-Stiftung), der Eugen-und-Ilse-Seibold-Preis (Deutsche Forschungsgemeinschaft), der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Verdienstkreuz am Bande), der Orden Shiju Hōshō (Medaille am violetten Band) durch den japanischen Kaiser sowie der Wissenschaftspreis 2023 der Chūō-Universität verliehen.
Mit freundlicher Unterstützung des Vereins zur Förderung des Instituts für Wirtschaftsrecht und des ZEIS der Universität Osnabrück e.V. (FIZ)